GDV warnt vor steigenden Risiken für die Finanzstabilität
Geopolitische Spannungen, hohe Staatsverschuldung und technologische Umbrüche erhöhen nach Einschätzung der Versicherungswirtschaft die Risiken für die Finanzstabilität.
In der neuen Ausgabe der „Financial Stability Perspectives“ weist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf eine wachsende systemische Verwundbarkeit zu Beginn des Jahres 2026 hin.
Zwar habe sich das Finanzsystem bislang robust gegenüber den geopolitischen Verwerfungen des vergangenen Jahres gezeigt. Anhaltend hohe politische Unsicherheit und eine zunehmende geoökonomische Fragmentierung ließen die systemischen Risiken jedoch steigen. Zusätzlich verstärke die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz die Dynamik im Finanzsektor. Bereits im Jahr 2025 hätten hohe Bewertungen von Technologiewerten sowie ein weiterer Anstieg der Staatsschulden zentrale Schwachstellen im System vergrößert.
Für den Versicherungssektor stuft der GDV die Risiken weiterhin als moderat ein. Solide Solvenzquoten und eine sicherheitsorientierte Kapitalanlage trügen zur Stabilität bei. Zudem profitierten Versicherer als langfristige Investoren von einer normalisierten Zinsstrukturkurve und höheren Laufzeitprämien. Gleichwohl stellten geopolitische, digitale und klimabezogene Risiken die Branche vor erhebliche Herausforderungen.
Die „Financial Stability Perspectives“ geben regelmäßig einen Überblick über aktuelle Entwicklungen der Finanzstabilität und der makroprudenziellen Aufsicht. (DFPA/abg)
Die vollständige Studie finden Sie zum Download hier.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) mit Sitz in Berlin ist die Dachorganisation der privaten Versicherer in Deutschland. In dem Verband sind rund 460 Mitgliedsunternehmen mit 487.500 Mitarbeitern, 454 Millionen Versicherungsverträgen und einem Kapitalanlagebestand von etwa 1,8 Billionen Euro zusammengeschlossen.