Geopolitik treibt Märkte: Iran-Konflikt erhöht Inflations- und Volatilitätsrisiken
Der Konflikt um den Iran sorgt laut einer aktuellen Analyse für erhebliche Turbulenzen an den Finanzmärkten und erhöht das Risiko einer Stagflation. Das meint Indrani De, CFA, PRMHead of Global Investment Research, beim britischen Research-Institut FTSE Russell, im aktuellen Global Wealth Research der London Stock Exchange Group.
Haupttreiber sei demnach der Anstieg der Energiepreise, der Inflationserwartungen nach oben treibt und geldpolitische Lockerungen verzögert.
Besonders kritisch sei die Lage rund um die Straße von Hormus, durch die etwa ein Viertel des globalen Ölhandels läuft. Eine mögliche Störung der Lieferketten würde vor allem asiatische Volkswirtschaften treffen, die stark von Energieimporten abhängig sind. Gleichzeitig hätten sich Inflationserwartungen in den USA und Europa zuletzt deutlich erhöht, während Zinssenkungen zunehmend ausgepreist werden.
An den Märkten zeige sich eine anhaltend erhöhte Volatilität, so De. Aktien- und Anleihemärkte gerieten im März gleichermaßen unter Druck – ein typisches Signal für stagflationäre Entwicklungen. Rohstoffe hingegen legten deutlich zu, insbesondere Öl, das zeitweise kräftige Preissprünge verzeichnete.
Klassische „sichere Häfen“ wie Gold oder Staatsanleihen erfüllten ihre Rolle nur eingeschränkt. Gold verlor im März deutlich an Wert, während der US-Dollar als einziger stabiler Rückzugsort gefragt blieb.
Investoren reagieren laut De zunehmend flexibel: Neben defensiven Anlagen rückten auch strukturelle Themen wie Technologie, Infrastruktur und Energieversorgung wieder in den Fokus. Dennoch bleibe die Unsicherheit hoch – insbesondere, da ein Teil der Risikoaufschläge an den Rohstoffmärkten selbst bei einer Entspannung des Konflikts bestehen bleiben dürfte, schließt De ihren Report. (DFPA/abg)
FTSE Russel ist das Research-Institut der London Stock Exchange Group (LSEG). Die London Stock Exchange Group (LSEG) zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Finanzmarktinfrastruktur sowie Finanzdaten, Analysen, Nachrichten- und Indexprodukten. Das Unternehmen beliefert mehr als 44.000 Kunden in über 170 Ländern. Mit über 26.000 Mitarbeitenden in 65 Ländern unterstützt LSEG Innovation, Risikosteuerung und Beschäftigung weltweit. Ziel des Konzerns ist es, finanzielle Stabilität zu fördern, Volkswirtschaften zu stärken und nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen.