Immobilienfinanzierende Kreditinstitute werden skeptischer, was eine mögliche langfristige Erholung angeht: Nur noch 65 Prozent rechnen bis 2030 mit einer positiven Entwicklung. In der vorigen Bankenbefragung zum Halbjahr 2025 waren es noch 80 Prozent. Inzwischen prognostizieren zehn Prozent sogar eine anhaltend negative Entwicklung bis 2030. Immerhin wird kurzfristig überwiegend keine Verschlechterung erwartet: Für 2026 erwarten 45 Prozent eine Seitwärtsbewegung. Das sind Ergebnisse einer Befragung, die EY-Parthenon im dritten Quartal 2025 unter 58 immobilienfinanzierenden Kreditinstituten in Deutschland durchgeführt hat.
Unter den Befragten befinden sich neben großen Privatbanken auch Landesbanken und größere Sparkassen. Zudem wurden 22 Kanzleien mit Fokus auf immobilienwirtschaftliche Restrukturierungen befragt.
Als größte Herausforderung für die Immobilienmärkte wird nun am häufigsten die gesamtwirtschaftliche Lage genannt (74 Prozent). Auch das Refinanzierungsrisiko wird von 71 Prozent der Teilnehmenden als kritisch eingestuft (zweites Quartal: 52 Prozent).
Während zuletzt vor allem Bestandsimmobilien im Fokus standen, geraten nun auch wieder Projektentwicklungen verstärkt unter Druck: 61 Prozent der Befragten erwarten in den kommenden zwölf Monaten ein steigendes Insolvenzrisiko – das bedeutet eine Verdreifachung gegenüber dem Vorquartal (20 Prozent). Bei Bestandsobjekten zeigt sich dagegen eine leichte Entspannung: Nur noch 45 Prozent rechnen mit einem steigenden (zweites Quartal: 72 Prozent), während 20 Prozent sogar von einem rückläufigen Insolvenzrisiko ausgehen (zweites Quartal: acht Prozent).
Die Einschätzung über das Segment der Einzelhandelsimmobilien hat sich deutlich verdüstert. Während in einer Befragung im September 2024 noch 60 Prozent der Befragten von stabilen Preisen ausgingen, erwarten heute 48 Prozent eine negative und 52 Prozent eine konstante Entwicklung. Positive Erwartungen für Einzelhandelsimmobilien sind vollständig verschwunden – keiner der Teilnehmenden rechnet derzeit mit einer Preissteigerung. Auch Büroimmobilien werden weiterhin kritisch gesehen. 52 Prozent der befragten Kreditinstitute erwarten eine negative Preisentwicklung, während 44 Prozent von stabilen Preisen ausgehen und lediglich drei Prozent mit einem Anstieg rechnen. (DFPA/mb)
EY-Parthenon Financial Services ist eine strategische Managementberatung für die Finanzdienstleistungsbranche. Das 2001 gegründete Unternehmen ist spezialisiert auf die Bereiche Insurance, Payments und Banking.