In den zwölf Monaten von April 2024 bis März 2025 wechselten deutsche Gewerbe- und Wohnimmobilien für rund 34,6 Milliarden Euro den Eigentümer. Gegenüber der Vorjahresperiode (April 2023 bis März 2024) bedeutet dies laut Immobilienberatungsunternehmen Savills einen Anstieg um zwölf Prozent. Auf das erste Quartal 2025 entfielen rund 6,9 Milliarden Euro, was etwa dem Volumen des Vorjahresquartals entspricht (rund 7,2 Milliarden Euro).
Die Zahl der laufenden und sich anbahnenden Verkaufsprozesse ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – in den kommenden Monaten erwartet Savills daher eine insgesamt leicht erhöhte Transaktionsaktivität. Entscheidend werde jedoch sein, für wie viele der zum Verkauf stehenden Objekte auch Käufer gefunden werden. Besonders Büroimmobilien stehen bei vielen Eigentümern zur Disposition, doch das Investoreninteresse bleibe in diesem Segment begrenzt. Daher dürfte längst nicht jeder Verkaufsprozess in einen erfolgreichen Abschluss münden. Gleichzeitig verstärkt der jüngste Anstieg der langfristigen Zinsen den Verkaufsanreiz, insbesondere bei fremdfinanzierten Objekten – ein Faktor, der die Abschlusswahrscheinlichkeit erhöhen könnte. Ein deutlicher Anstieg des Transaktionsvolumens sei gleichwohl nur dann zu erwarten, wenn es zu einer größeren refinanzierungsgetriebenen Verkaufswelle kommt. Dieses Szenario sei zwar möglich, laut Savills aber nach wie vor recht unwahrscheinlich.
Das Ausmaß des Liquiditätsbedarfs und Verkaufsdrucks auf Eigentümerseite dürfte auch für die weitere Entwicklung der Anfangsrenditen mitentscheidend sein. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres blieben die Spitzenrenditen bei allen Nutzungsarten unverändert und lagen zwischen 3,6 Prozent für Mehrfamilienhäuser und 5,8 Prozent für Shopping-Center. Zumindest die Spitzenrenditen dürften sich auch künftig nur noch wenig bewegen, wobei je nach Nutzungsart kleinere Ausschläge in beide Richtungen realistisch erscheinen.
Die steigende Preisdifferenz zwischen Spitzenobjekten und dem restlichen Bestand mache Projektentwicklungen beziehungsweise deren Finanzierung attraktiv, zumal die Neubau-Pipeline nutzungsartenübergreifend zunehmend leerlaufe. Savills beobachtet eine steigende Zahl von Investoren, die solche Investmentansätze verfolgen – von einer Aufwertung, über eine Repositionierung, bis hin zur Umnutzung sind hier alle Schattierungen dabei. Vor allem für die Konversion von Büros zu Hotels oder in Objekte für das gewerbliche Wohnen stehe Kapital zur Verfügung und eröffne für manches Objekt, das in seiner bisherigen Funktion keine Zukunft mehr hat, einen neuen Pfad. (DFPA/mb1)
Savills plc ist ein weltweit tätiges Immobilien-Dienstleistungsunternehmen mit Hauptsitz in London. Tätigkeitsschwerpunkte sind Beratungs-, Management- und Transaktionsdienstleistungen. In Deutschland beschäftigt Savills mehr als 450 Mitarbeiter, verteilt auf sieben Niederlassungen.