Große institutionelle Investoren wie Pensionsfonds und Versicherer wollen ihre Impact-Investments in den kommenden Jahren ausweiten, bestehen dabei aber weiterhin auf marktüblichen Renditen. Das geht aus dem neuen Impact-Investing-Report des Global Impact Investing Network (GIIN) hervor, der 22 Asset Owner mit insgesamt rund 3,5 Billionen US-Dollar verwaltetem Vermögen untersucht.
Demnach strebt die Mehrheit der befragten Fonds Impact-Allokationen im niedrigen einstelligen Prozentbereich an. Acht Institutionen planen Quoten zwischen ein und fünf Prozent, drei der größten Fonds mit jeweils bis zu 700 Milliarden Dollar AUM erwarten immerhin bis zu ein Prozent. Nur zwei kleinere Pensionsfonds visieren Anteile von über 20 Prozent an – beide verstehen sich als ausgewiesene Impact-Investoren.
Zentrales Ergebnis: Impact-Investments müssen laut allen Teilnehmern dieselben Risiko-Rendite-Anforderungen erfüllen wie konventionelle Anlagen. Lediglich ein Fonds setzt begrenzt Kapital mit unterdurchschnittlichen Renditeerwartungen ein („catalytic capital“).
Die Mehrheit der Impact-Anlagen liegt in Private Equity, Private Credit, Infrastruktur und Immobilien. Zwar nimmt das Interesse an börsennotierten Aktien und Anleihen zu, doch zweifeln viele Investoren daran, dass die verfügbaren Produkte Impact-Anforderungen und institutionelle Renditeziele gleichzeitig erfüllen können.
Inhaltlich bleiben Klimaschutz und Energiewende die zentralen Themenschwerpunkte aller Fonds. Biodiversität gewinnt an Bedeutung, befindet sich aber überwiegend in einer frühen Phase. Soziale Themen unterscheiden sich je nach Land und Mandat deutlich stärker.
Ein Engpass für Wachstum bleibt die Messbarkeit von Wirkung. Viele Fonds entwickeln eigene Messrahmen, bemängeln aber uneinheitliche Daten externer Asset Manager und fehlende Standards. Portfolioübergreifende Outcome-Daten veröffentlichen bisher nur wenige.
Für die kommenden Jahre planen die institutionellen Anleger laut GIIN, Impact-Kriterien stärker in ihre Governance zu integrieren, Reporting-Strukturen auszubauen und Impact-Investments über mehrere Assetklassen hinweg zu verankern. Entscheidend für weiteres Wachstum sei jedoch ein ausreichend tiefes Angebot renditestarker, institutionstauglicher Impact-Produkte. (DFPA/abg)
Den vollständigen Report finden Sie hier.
Das Global Impact Investing Network (GIIN) engagiert sich dafür, das Ausmaß und die Wirksamkeit von Impact-Investitionen weltweit zu erhöhen. Impact-Investitionen sind Investitionen in Unternehmen, Organisationen und Fonds mit der Absicht, neben einer finanziellen Rendite auch positive, messbare soziale und ökologische Auswirkungen zu erzielen. Das GIIN baut eine kritische Infrastruktur auf und unterstützt Aktivitäten, Bildung und Forschung, die die Entwicklung einer kohärenten Impact-Investing-Branche beschleunigen.