Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung entscheiden zunehmend über den Erfolg beim Unternehmensverkauf. Laut einer internationalen Umfrage unter 539 Investment Managern von Private-Equity-Fonds ist der Reifegrad von KI und Automatisierung in den operativen Abläufen das wichtigste Kriterium für einen erfolgreichen Exit – noch vor einem skalierbaren Geschäftsmodell, das auf Platz zwei folgt. In Europa zeigen sich die Fonds mit der Umsetzung von KI-Lösungen bislang deutlich weniger zufrieden als in den anderen Weltregionen. Das sind Ergebnisse einer Studie der Unternehmensberatung FTI Consulting.
Insgesamt haben 58 Prozent der Befragten KI und Automatisierung als entscheidenden Exit-Faktor benannt. Es folgen ein skalierbares Geschäftsmodell (52 Prozent), eine starke Marktposition sowie ein belastbares Führungsteam mit Nachfolgeplanung (jeweils 50 Prozent) und die Fähigkeit zur Margensteigerung und operativen Effizienz (47 Prozent).
„Alle diese Faktoren sind wichtig für eine hohe Bewertung und die Ansprache potenzieller Käufer“, sagt Dr. Martin Schneider, Partner bei FTI-Andersch, der auf Restrukturierung, Business Transformation und Transaktionen spezialisierten Beratungseinheit von FTI Consulting. „Bemerkenswert ist jedoch, mit welcher Klarheit die Befragten in diesem Jahr erstmals die KI-Fähigkeit an die Spitze setzen. Wir sehen bei unseren Mandanten, dass KI und Automatisierung zunehmend nicht mehr nur in der IT verortet sind – sie werden zu einem selbstverständlichen Bestandteil effizienter Operations. Jede Transformation muss sich künftig auch daran messen lassen, wie KI-fähig sie Unternehmen macht.“
Technologie als Werttreiber – doch klassische Hebel bleiben unverzichtbar
Auch bei der Frage nach den zentralen Hebeln zur Wertsteigerung ihrer Portfoliounternehmen nennen PE-Fonds Technologie und IT auf Platz eins: 84 Prozent der Befragten sehen dort den größten Hebel, 41 Prozent setzen besonders stark darauf. Künstliche Intelligenz wurde von 68 Prozent explizit als Werttreiber genannt – knapp ein Viertel (23 Prozent) nutzt KI bereits „sehr häufig“ zur Steigerung des Unternehmenswerts.
„Die Zahlen zeigen wie in so vielen Bereichen: Europäische Unternehmen haben Aufholbedarf“, sagt Schneider. „Gerade im mittelständischen Umfeld fehlt es oft an der technologischen Grundausstattung – viele Unternehmen agieren weiterhin sehr analog. Bevor KI wirksam eingesetzt werden kann, braucht es stabile operative Grundlagen: funktionierende Prozesse, belastbare Liquiditätsplanung, strukturiertes Working Capital Management. Genau hier sollten diese Unternehmen ansetzen. Wer diese Hausaufgaben nicht gemacht hat, wird kaum in der Lage sein, Technologie als echten Werttreiber zu nutzen.“ (DFPA/mb)
FTI Consulting, Inc. ist eine Beratung für Unternehmen in Krisen und Transformationen. Das Unternehmen hat rund 8.100 Mitarbeiter weltweit.