Der Goldpreis hat im Juni einen dramatischen Einbruch erlebt: Innerhalb von nur vier Handelstagen ging es für das Edelmetall von rund 4.500 auf knapp 4.000 US-Dollar je Feinunze nach unten – ein Verlust von fast zehn Prozent und damit der tiefste Stand seit November 2025. DZ-Bank-Analyst Thomas Kulp begründet die negative Entwicklung vor allem mit zwei Impulsen aus den USA: „Der Arbeitsmarktbericht hat positiv überrascht – im Mai wurden 172.000 neue Stellen geschaffen.
Zudem hat Kevin Warsh bei seiner ersten Notenbanksitzung als neuer Fed-Chef einen deutlich restriktiveren Ton an den Tag gelegt als erwartet.“ Das hat die Renditen von US-Staatsanleihen steigen lassen, was Gold für Anleger weniger attraktiv macht. Entgegen der allgemeinen Markterwartung prognostizieren die DZ-Bank-Analysten für dieses Jahr jedoch keine Zinserhöhung der US-Notenbank.
„Der jüngste Inflationsanstieg liegt insbesondere an erhöhten Energiekosten und dürfte nur temporär sein“, sagt Kulp. Der Analyst verweist auch auf die weiterhin hohe Nachfrage von Zentralbanken nach Gold: „Weltweit haben Währungshüter im ersten Quartal 2026 rund 244 Tonnen gekauft. Das liegt an einer zunehmenden Blockbildung und dem langfristigen Trend zur De-Dollarisierung.“ Der Kursverlust dürfte daher nur vorübergehend sein. Zum Ende des Jahres erwartet die DZ Bank den Goldpreis deshalb weiter bei 4.700 US-Dollar. Auf Jahressicht prognostizieren die Analysten sogar 5.000 US-Dollar je Feinunze. (DFPA/mb)
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