Ende Oktober hatte der Goldpreis ein neues Allzeithoch erreicht, doch im Nachgang zur US-Wahl gab er Anfang November merklich nach. Der Energiesektor geriet weiter unter Druck, und nach Ansicht von DEKA research zweifelte der Markt für Industriemetalle die Wirksamkeit des chinesischen Konjunkturpakets an, da auf die Ankündigung im Oktober keine konkreten Details folgten.
Im Nachgang zur US-Wahl rutschte der Goldpreis Anfang November ab, kurz zuvor hatte er noch bei 2.800 US-Dollar je Feinunze ein weiteres Allzeithoch markiert. Die jüngst vom World Gold Council veröffentlichten Daten zur globalen Goldnachfrage für das dritte Quartal lieferten für den Höhenflug des Goldpreises keine ausreichende Erklärung. Die Zentralbanknachfrage war zwar für ein drittes Quartal überdurchschnittlich stark, halbierte sich jedoch im Vergleich zum Vorjahresquartal, und die Schmucknachfrage blieb aufgrund des hohen Goldpreisniveaus und der konjunkturellen Probleme in China hinter den Erwartungen zurück. Einzig die Investmentnachfrage dürfte unterstützend gewirkt haben, da die physisch gedeckten ETFs nach zehn Quartalen erstmals wieder Nettozuflüsse verzeichneten.
DEKA research schreibt den rasanten Preisanstieg von Gold seit dem Sommer vorwiegend seiner Eigenschaft als sicherer Hafen zu, die insbesondere vor dem Hintergrund der nahenden US-Wahl und des schwelenden Nahost-Konflikts stärker zum Tragen gekommen sein dürfte. Der Goldpreisrückgang nach der Bekanntgabe des US-Wahlergebnisses bestätigt diese Einschätzung.
Längerfristig preistreibend dürfte die strukturell kräftige Goldnachfrage der Schwellenländernotenbanken wirken. In der Summe erwartet DEKA research, dass der Goldpreis perspektivisch auf einem moderaten Aufwärtstrend bleibt und in der langen Frist einen Ausgleich für die globale Inflation bietet. Sollte sich zeigen, dass die Leitzinsen wider Erwarten zeitnah wieder ansteigen, bestünde ein Abwärtsrisiko für unsere Goldpreisprognose. Geopolitische Risiken wie eine Eskalation im Krieg Russlands gegen die Ukraine und im Nahost-Konflikt stellen hingegen Aufwärtsrisiken dar. (DFPA/ljh)
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