Die Emission nachhaltiger Anleihen in Schwellenländern ist im Jahr 2024 zurückgegangen – dennoch bleibt das langfristige Potenzial groß. Das geht aus dem aktuellen Green-Bond-Bericht hervor, den der Vermögensverwalter Amundi und die Weltbank-Tochter IFC in dieser Woche veröffentlicht haben.
Die Ausgabe von grünen, sozialen und nachhaltigen Anleihen (GSSS) erreichte weltweit einen Rekordwert von über einer Billion US-Dollar – ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Schwellenländern hingegen fiel das Emissionsvolumen um 14 Prozent. Verantwortlich dafür seien vor allem geringere Emissionen in China und ein allgemeiner Rückgang der Anleiheaktivitäten außerhalb des Landes, hieß es.
Trotz kurzfristiger Unsicherheiten – etwa durch das schwächere globale Wachstum oder regulatorische Änderungen in Europa – bleiben die langfristigen Perspektiven laut dem Bericht robust. Der Markt profitiere insbesondere vom Anstieg nachhaltiger Investitionen und der Energiewende in Schwellenländern. Allein in China seien die Investitionen in saubere Energie seit 2018 um 170 Prozent gestiegen.
„Der Markt für GSSS-Anleihen erfährt derzeit eine erhebliche Diversifizierung“, sagte Yerlan Syzdykov, Chef für Schwellenmärkte bei Amundi. Insbesondere Nachhaltigkeitsanleihen, die ökologische und soziale Projekte verbinden, gewännen an Bedeutung. Die sogenannte grüne Prämie („Greenium“) hat sich 2024 laut Amundi halbiert. In Schwellenländern sei sie sogar ganz verschwunden – ein Zeichen dafür, dass Angebot und Nachfrage nach Green Bonds zunehmend im Gleichgewicht sind. Zwischen 2018 und 2024 summierte sich das Emissionsvolumen nachhaltiger Anleihen weltweit auf rund 5,1 Billionen US-Dollar. Der Anteil von Schwellenländern betrug dabei 800 Milliarden US-Dollar. Ein neuer Rekord wurde bei der Marktdurchdringung außerhalb Chinas erreicht: Mehr als fünf Prozent der dortigen Anleiheemissionen waren GSSS-Anleihen.
Trotz positiver Entwicklungen stagnieren bestimmte Segmente: Der Anteil von Social Bonds in Schwellenländern blieb in den letzten Jahren bei rund sechs Prozent. Nachhaltigkeitsgebundene Anleihen (sustainability-linked bonds) verloren hingegen deutlich an Boden – unter anderem wegen Kritik an unklaren Zielvorgaben und fehlender Anreizstrukturen für Emittenten. (DFPA/abg)
Hier gelangen Sie zum Amundi Emerging Markets Green Bonds Bericht 2024
Der Asset Manager Amundi entstand im Jahr 2010 aus der Zusammenführung der Asset-Management-Aktivitäten der französischen Bankgruppen Crédit Agricole und Société Générale. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Paris. Amundi verwaltet ein Vermögen von mehr als 2,2 Billionen Euro in sechs Haupt-Investmentzentren.