Die Mieten in Deutschlands größten Städten sind in den vergangenen drei Jahren weiter gestiegen. Die Belastung durch Wohnkosten für Mieter erhöht sich laut „Immowelt Mietkompass“ dadurch merklich, weil die Entwicklung der Einkommen nicht schritthält.
In der Analyse wurde die Entwicklung der Angebotsmieten in den 15 bevölkerungsreichsten Städten Deutschland analysiert.
In der Spitze sind die Angebotsmieten binnen drei Jahren um 20 Prozent gestiegen, das Reallohnwachstum lag laut Statistischem Bundesamt zwischen 2023 und 2025 bei 5,1 Prozent. Die Dynamik des Mietmarktes habe längst auch Regionen erfasst, die lange als bezahlbare Alternativen galten. Den stärksten prozentualen Zuwachs verzeichnet Hamburg, wo die Angebotsmieten binnen drei Jahren um 20,2 Prozent auf durchschnittlich 13,88 Euro pro Quadratmeter kletterten. Es folgen Dresden mit einem Plus von 18,0 Prozent (9,49 Euro) und Frankfurt am Main mit 17,7 Prozent (16,80 Euro). Selbst in traditionell günstigeren Städten wie Duisburg (plus 16,0 Prozent auf 7,50 Euro) oder Essen (plus 15,4 Prozent auf 9,05 Euro) müssen Wohnungssuchende tiefer in die Tasche greifen.
Das unangefochten teuerste Pflaster bleibt München: Dort stieg der Quadratmeterpreis um 15,7 Prozent auf nunmehr 21,44 Euro. Wer in der bayerischen Landeshauptstadt eine neue Wohnung mit 75 Quadratmetern anmietet, zahlt im Schnitt monatlich 218 Euro mehr Kaltmiete als noch vor drei Jahren. In Frankfurt am Main beträgt das Plus 190 Euro, in Hamburg 175 Euro.
Die Ursache für den anhaltenden Mietenanstieg sei ein massives, strukturelles Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage. Hohe Baukosten, das Zinsniveau und bürokratische Hürden hätten den Wohnungsbau gelähmt. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland lediglich 206.600 Wohnungen fertiggestellt – ein drastischer Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das politische Ziel der Bundesregierung von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wurde damit um fast 40 Prozent verfehlt. (DFPA/mb)
Die Immowelt AG ist ein IT-Spezialist für die Immobilienwirtschaft im deutschsprachigen Raum. Die Immowelt Group ist eine Tochter des Medienkonzerns Axel Springer SE.