Halbleiteraktien sind nach Einschätzung von DNB Asset Management angesichts hoher Bewertungen und unsicherer Ertragsperspektiven im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI) unter Druck geraten. Der SOX-Index, der Halbleiter- und Speicherchiphersteller abbildet, verlor im Juli mehr als 20 Prozent.
Portfoliomanager Kjartan Farestveit hatte bereits zuvor vor zu hohen Erwartungen an das Gewinnwachstum der Branche gewarnt. Die Entwicklung zeige, dass die Unsicherheit über die Rentabilität der KI-Wertschöpfungskette schneller als erwartet an den Märkten angekommen sei, erklärte Farestveit. Angesichts stark gestiegener Kurse und aus seiner Sicht langfristig nicht tragfähiger Gewinnprognosen sei es sinnvoll, das Engagement in dem Segment zu reduzieren. Eine klassische Blase sieht er darin nicht zwingend.
Zusätzliche Risiken ergeben sich laut DNB aus dem erneuten Konflikt zwischen den USA und Iran und den Folgen für die Straße von Hormus. Die wichtige Schifffahrtsroute sei praktisch blockiert, wodurch dem Weltmarkt täglich rund zehn Millionen Barrel Öl fehlten. Die Nachfrage zeige bislang kaum Anzeichen für einen entsprechenden Rückgang. Zwar könnten strategische Ölreserven die Lücke vorerst ausgleichen, dies sei jedoch keine dauerhafte Lösung. Ein anhaltend hoher Ölpreis könnte die Inflation und damit auch die Zinsen unter Druck setzen.
Gleichzeitig sieht DNB weiterhin fundamentale Unterstützung für Aktien. Konsum, Arbeitsmarkt und Unternehmensstimmung deuteten auf ein insgesamt robustes makroökonomisches Umfeld hin. Auch die US-Unternehmen hätten im zweiten Quartal bislang überwiegend zufriedenstellende Ergebnisse vorgelegt.
Bei der Inflation gebe es erste positive Signale. Die US-Kerninflation sei im Juni erstmals seit Beginn der Pandemie zurückgegangen. Ob daraus ein nachhaltiger Trend entstehe, sei allerdings noch offen. Die Auswirkungen der US-Zölle könnten bereits weitgehend eingepreist sein.
Die US-Notenbank Fed habe den Markt mit ihrer jüngsten Sitzung unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh nicht überzeugen können. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liege inzwischen am oberen Ende ihrer bisherigen Schwankungsbreite. Sollte der Ölpreis wieder sinken und die Zolleffekte weitgehend verarbeitet sein, erwartet DNB keinen deutlichen weiteren Anstieg der Zinsen.(DFPA/abg)
DNB Asset Management S.A. ist ein nordischer Vermögensverwalter, der Produkte innerhalb der nordischen Anlageklassen und in ausgewählten Themenbereichen anbietet. Er gehört zu 100 Prozent der an der Osloer Börse notierten DNB ASA Group, die zu den erfolgreichsten Finanzdienstleistern Skandinaviens zählt.