Zum Halbjahr hat der Investmentmarkt für Einzelhandelsimmobilien laut Immobiliendienstleister JLL seinen Erholungskurs fortgesetzt und mit einem Transaktionsvolumen von 2,9 Milliarden Euro das Vorjahr um zehn Prozent übertroffen. Zum Mittelwert der vergangenen fünf Jahre besteht jedoch noch eine Lücke von 15 Prozent. Mit dem Volumen nahm auch die Zahl der Transaktionen zu und stieg im Jahresvergleich von 96 auf 112 Abschlüsse. Erneut standen Fachmarktprodukte im Fokus des Transaktionsgeschehens. Bemerkenswert dabei sei, dass es eine deutliche Zunahme an nicht lebensmittelgeankerten Fachmarktransaktionen gegeben hat.
„Hierbei handelt es sich um Sondereffekte durch einige Portfoliotransaktionen in diesem Segment. Dennoch ist zu sagen, dass auch nicht lebensmittelgeankerte Objekte eine deutliche Liquiditätszunahme erfahren haben“, sagt Sarah Hoffmann, Head of Retail Investment JLL Germany. Dennoch: „Die aktuelle Angebotslandschaft wird eher von klassischen Produkten dominiert, die auch den Transaktionsschwerpunkt in dem Segment im weiteren Jahresverlauf ausmachen werden“, ergänzt Hoffmann.
Drei Großtransaktionen erzielen zusammen mehr als 1,5 Milliarden Euro
Zu den zwei Transaktionen im dreistelligen Millionenbereich aus dem ersten Quartal kam nun mit der Übernahme der Porta Gruppe durch XXXL Lutz eine weitere hinzu, die sich zusammen auf mehr als 1,5 Milliarden Euro summieren. Damit erzielen die drei Großabschlüsse gemeinsam mehr Volumen als es im Vorjahreshalbjahr vier Transaktionen von mehr als 100 Millionen Euro vermochten.
Die starke Dominanz der Supermärkte, die im ersten Quartal durch eine Portfolio-Transaktion 43 Prozent des Gesamtvolumens ausmachten, hat sich im zweiten Quartal relativiert. Zwar sind Fachmarktprodukte mit insgesamt 64 Prozent immer noch der bei weitem wichtigste Teil des Marktes. Allerdings tragen Fachmärkte selbst mit 36 Prozent am meisten dazu bei, während Supermärkte nun mit 20 Prozent und Fachmarktzentren mit acht Prozent folgen. Shopping Center kommen auf 20 Prozent, Geschäftshäuser auf 13 Prozent und Warenhäuser wurden mit einem Anteil von drei Prozent kaum gehandelt.
Im Vergleich der Assetklassen hat sich der Schwerpunkt mit dem zweiten Quartal von Core auf Core plus verschoben, das nun 48 Prozent ausmacht, während Core auf 26 Prozent kommt. Value Add (15 Prozent) und opportunistische Objekte mit elf Prozent komplettieren das Feld. Internationale Investoren bauten ihre Bestände um mehr als eine Milliarde Euro auf, da sie als Käufer 62 Prozent, als Verkäufer indes nur 27 Prozent beisteuerten.
Die Spitzenrenditen in den zentralen Toplagen zeigen sich weiter konstant. Geschäftshäuser in München verzeichnen mit 3,2 Prozent die niedrigste Spitzenrendite. Dahinter folgen Berlin und Hamburg mit 3,4 Prozent vor Frankfurt (3,5 Prozent) und Düsseldorf (3,6 Prozent). (DFPA/mb)
Jones Lang Lasalle Incorporated (JLL) ist ein international tätiges Dienstleistungs-, Beratungs- und Investment-Management-Unternehmen im Immobiliensektor mit Sitz in Chicago.