Der deutsche Hotelmarkt zeigt sich auch im zweiten Quartal 2026 widerstandsfähig. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und eines anspruchsvollen Finanzierungsumfelds profitiert die Branche von einer stabilen Nachfrage, sagt Andreas Ewald, Head of Hotel Germany und Co-Head EMEA Hospitality Group bei Colliers.
Geschäftsreisen, Messe- und Kongressveranstaltungen sowie anhaltend hohe Freizeitreisen sorgen für solide Fundamentaldaten. Mit einem Transaktionsvolumen von rund 625 Millionen Euro im ersten Halbjahr zeigt sich, dass werthaltige Hotelinvestments trotz des herausfordernden Marktumfelds möglich sind – vorausgesetzt, die operative Basis stimmt.
Insbesondere die großen Stadt- und Metropolregionen sowie etablierte Freizeitdestinationen verzeichneten im ersten Halbjahr eine stabile Übernachtungsnachfrage und konstante Auslastungskennziffern. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war die robuste Inlandsnachfrage. Darüber hinaus sorgen strukturelle Trends wie kürzere, aber häufigere Reisen, die zunehmende Verzahnung von Business- und Leisure-Aufenthalten („Bleisure“) sowie die wachsende Nachfrage nach flexiblen Übernachtungskonzepten für zusätzliche Impulse. Von dieser Entwicklung profitieren zunehmend auch Hotelprojekte außerhalb der klassischen Metropolstandorte.
Analog zur Entwicklung auf den europäischen Hotelinvestmentmärkten verschiebt sich der Fokus vieler Investoren zunehmend auf die operative Leistungsfähigkeit der Betreiber. Deren Bonität, die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells, effiziente Kostenstrukturen sowie die Ausgestaltung der Pacht- und Managementverträge bestimmen immer stärker die Risikobewertung und Preisfindung. Insbesondere Betreiber mit starken Marken, digitalisierten Prozessen und effizienten Kostenstrukturen profitieren von dieser Entwicklung.
„Wir beobachten derzeit ein steigendes Interesse internationaler Investoren an Deutschland und Europa. Im Fokus stehen dabei nicht nur Einzelobjekte, sondern zunehmend Plattformen, Betreiberstrukturen und vertikal integrierte Investments, die Skalierung und operative Wertschöpfung ermöglichen“, sagt Ewald. (DFPA/ljh)
Das international tätige Immobilienberatungsunternehmen Colliers ist weltweit mit rund 24.000 Experten in 70 Ländern vertreten.