Das ifo-Geschäftsklimabarometer hat im August von 87,0 auf 86,6 Punkte nachgegeben und ist damit zum vierten Mal in Folge gefallen. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des jüngsten Einbruchs beim deutschen Composite-Einkaufsmanagerindex hatte Dr. Daniel Hartmann, Chefvolkswirt beim Assaet Manager Bantleon AG, Schlimmeres erwartet.
Diese leichte positive Überraschung wird jedoch zum einen dadurch relativiert, dass der ifo-Index bereits in den vergangenen Monaten deutlich Federn lassen musste (2021: 102 Punkte). Zum anderen ist der Diffusionsindex des verarbeitenden Gewerbes im August auf einen neuen zyklischen Tiefststand von knapp minus 20 Punkten abgerutscht. „In der Industrie herrscht immer größere Tristesse. Vor allem die aktuelle Lage bewerten die Unternehmen seit Juli spürbar schlechter“, hält Hartmann fest. Darüber hinaus habe auch das Geschäftsklima des Dienstleistungssektors im laufenden Monat einen Rücksetzer verbucht.
Einen Gegenpol lieferte laut Hartmann lediglich der Groß- und Einzelhandel, dessen Stimmung sich – ausgehend von tiefem Niveau – leicht verbessert hat. Ein Trostpflaster ist, dass es bei den ifo-Erwartungen der Industrie zu keinem erneuten Einbruch gekommen ist. Insgesamt ist hier sogar immer noch ein flacher Aufwärtstrend sichtbar, der sich Hartmanns Einschätzung nach in den kommenden Monaten fortsetzen dürfte. Allerdings sei es keine dynamische Aufhellung der Stimmung, die von Optimismus getragen werde: „Vielmehr verbessern sich die Erwartungen nur deshalb, weil der Pessimismus leicht abnimmt. Es spricht daher viel dafür, dass es in den nächsten Monaten bei einem Zickzack-Kurs des ifo-Index bleibt, der eine bestenfalls schwachbrüstige und sehr zähe Erholung widerspiegelt“, schließt Hartmann seine aktuelle Marktbetrachtung. (DFPA/abg)
Bantleon ist ein Spezialist für konjunkturbasiertes Asset Management und Master-KVG-Dienstleistungen. Insgesamt verwaltet Bantleon seit der Übernahme der ehemaligen NORD/LB Asset Management AG mit mehr als 140 Mitarbeitern an den Standorten in Deutschland und der Schweiz über 24 Milliarden Euro in Publikums- und Spezialfonds. Das insgesamt betreute Vermögen (AuA) beträgt mehr als 38 Milliarden Euro. Zu den Kunden zählen Industrieunternehmen, Altersvorsorgeeinrichtungen, Banken, Sparkassen, Versicherungen, Family Offices und zahlreiche Vertriebspartner aus dem deutschsprachigen Raum sowie Italien und Spanien. (Stand: 30. April 2024).