Im Vorfeld der "COP30": Klima-Kipppunkte bedrohen auch das Finanzsystem

In wenigen Tagen beginnt die diesjährige Weltklimakonferenz „COP30“ im brasilianischen Belém. „Die letztjährige Konferenz in Baku war stark von den Interessen erdölproduzierender Länder geprägt und hat nur wenig konkrete Ergebnisse im Kampf gegen den Klimawandel erbracht“, sagt Dr. Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des Feri Cognitive Finance Institute. Gleichzeitig beschleunigt und verschärft sich der Prozess der globalen Erwärmung: „Sogenannte Klima-Kipppunkte rücken bedrohlich näher“, erläutert Rapp.

Beim Überschreiten kritischer Temperatur-Schwellenwerte, der sogenannten Climate Tipping Points, gehen Kippelemente, essenzielle Teilsysteme des Erdklimas, abrupt und meist unumkehrbar in einen neuen Zustand über. „Diese Dynamik hat sehr konkrete Konsequenzen – und zwar nicht nur für menschliche Lebensräume und die planetare Stabilität, sondern auch für Wirtschaft, Gesellschaft und Finanzsystem“, betont Rapp, der mit dem Cognitive Finance Institute jüngst eine umfassende und breit abgestützte Analyse zur Problematik der Klima-Kipppunkte veröffentlicht hat.

Eine überfällige und sich in Teilbereichen bereits abzeichnende Neubewertung schnell steigender Klimarisiken, also ein Repricing of Risk, könnte Rapp zufolge wichtige Bereiche des globalen Banken- und Kreditsystems akut unter Druck setzen. Hier gebe es derzeit noch einen „Blind Spot“: „Auch wenn die zunehmenden Klimarisiken grundsätzlich bekannt sind, werden viele Folgekosten an den Kapitalmärkten weitgehend ausgeblendet oder stark unterschätzt – ein kurzsichtiger Fehler mit langfristigen Folgen.“

Finanz- und Systemrisiken stärker beachten

Mit Blick auf die „COP30“ fordert Rapp ein Umdenken der dort vertretenen Entscheidungsträger – insbesondere eine explizite Berücksichtigung drohender Kipppunkte und Kippkaskaden im globalen Klimasystem. Politik und Öffentlichkeit sollten akut näher rückende Klimarisiken anerkennen und gezielt die Klimaresilienz stärken. „Auch Kapitalmarktakteure sollten die direkte Verbindung zwischen rapide ansteigenden Klimaschäden und davon ausgehenden Finanz- und Systemrisiken wahrnehmen und konsequent einpreisen“, sagt Rapp.

Erste Schritte in diese Richtung seien bereits erkennbar: „In Teilen des globalen Finanzsystems beginnt eine veränderte Risikowahrnehmung. Treiber sind große Versicherungen, aber auch Zentralbanken und andere Aufsichts- oder Regulierungsbehörden.“ Primär gehe es um die Integration sinnvoller Metriken zur Erfassung und Bewertung steigender Klimarisiken – etwa nach dem Konzept der „Planetary Solvency“. Solche Ansätze befänden sich derzeit aber noch in einem frühen Stadium. Dazu erklärt Rapp: „Nötig sind vor allem präzise Klimadaten sowie Modelle zur ‚Umrechnung‘ dynamischer Klimaeffekte in potenzielle Finanzrisiken. Dies gilt ganz besonders für schnell eskalierende Risikokaskaden, die durch die Dynamik der Climate Tipping Points immer wahrscheinlicher werden.“ (DFPA/mb)

Die 1987 gegründete Feri-Gruppe mit Sitz in Bad Homburg ist in den Geschäftsfeldern Vermögensberatung und -verwaltung sowie Wirtschaftsforschung tätig. Seit 2006 gehört die Unternehmensgruppe zum MLP-Konzern.

www.feri.de

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