Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Arbeitswelt in einem nicht gekannten Tempo und wirkt sich bereits auf die Personalplanungen vieler Unternehmen aus. Das heißt jedoch nicht, dass KI die Fläche von Gewerbeimmobilien einheitlich verringern wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Immobiliendienstleisters JLL in Zusammenarbeit mit der Sloan School of Management und dem Center for Real Estate des Massachusetts Institute of Technology (MIT).
Die Studie „Where AI is changing jobs and what it means for real estate” zeige vielmehr, dass KI tiefgreifende Unterschiede zwischen Märkten, Branchen und Anlageklassen schafft und diejenigen mit Anpassungsfähigkeit von denen ohne trennt. Die langfristig angelegte Untersuchung legt ihren Schwerpunkt zwar auf den US-Büromarkt, berücksichtigt aber auch weltweite Metropolen, darunter die sieben deutschen Metropolen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart.
Mit Blick auf den US-Immobilienmarkt zeigt die Studie, dass die Nachfrage nach Büroflächen im US-Technologiesektor trotz eines Rückgangs der Beschäftigung insgesamt um 1,5 Prozent zu Beginn dieses Jahres weiter steigt. Dies belegt eine Entkopplung des KI-Wachstums von den breiteren Trends in der Technologiebranche und anderen büronutzenden Branchen.
Dies liegt unter anderem daran, dass KI durch drei gleichzeitig wirkende Kräfte auf den Arbeitsmarkt einwirkt: Sie erweitert bestehende Aufgabenbereiche, ohne die Mitarbeiterzahl zu reduzieren, verdrängt gezielt bestimmte Berufsfelder und schafft völlig neue Tätigkeitsfelder. Während KI bei fünf Prozent der Stellenstreichungen im Jahr 2025 als Hauptgrund genannt wurde, wurden zwischen 2023 und 2025 mehr als eine Million KI-bezogene Arbeitsplätze geschaffen.
In San Francisco beispielsweise stammen seit 2025 fast 30 Prozent aller Anmietungen von KI-Unternehmen, obwohl die Stadt zu den Zentren in den USA mit dem höchsten Risiko von durch KI bedingten Arbeitsplatzverlusten zählt.
Die sieben deutschen Metropolen schlagen hierbei unterschiedliche Wege ein. München bleibt weiterhin die herausragende Stadt Deutschlands für KI-bezogene Innovationen und belegt den ersten Platz in Europa sowie die elfte Position weltweit bei KI-Forschungspublikationen. Gleichzeitig profitiert Stuttgart von einem äußerst robusten Förderumfeld für Forschung und Entwicklung, was 5,9 Prozent des regionalen Bruttoinlandsprodukts entspricht. (DFPA/mb)
Jones Lang Lasalle Incorporated (JLL) ist ein international tätiges Dienstleistungs-, Beratungs- und Investment-Management-Unternehmen im Immobiliensektor mit Sitz in Chicago.