Immobilienmarkt: Rüstungsausgaben und Energiewende prägen die Perspektiven

Laut der neuesten Ausgabe des „European Cities Growth Index“ (ECGI), veröffentlicht von dem Immobilien-Investmentmanager Lasalle Investment Management, wird erwartet, dass sich steigende Rüstungsausgaben in Europa künftig auf die Immobiliennachfrage auswirken. Besonders betroffen sind die Metropolregionen in Bayern und Westdeutschland, Südfrankreich sowie im Westen Englands.

Die von den europäischen Staaten für den Zeitraum 2025 bis 2030 geplanten Erhöhungen der Verteidigungsbudgets werden laut ECGI zu einer Verlagerung der Ausgaben und des Wachstums an neue Standorte in ganz Europa führen. In der diesjährigen Rangliste der europäischen Stadtregionen mit den besten Aussichten für die Immobiliennachfrage sind München und Nürnberg dank ihrer Konzentration von Rüstungsunternehmen und großen Verteidigungsfirmen vom siebten auf den vierten Platz beziehungsweise vom 43. auf den 28. Platz vorgerückt. Auch der Großraum Oslo (Platz sieben, plus zwei Ränge) und Bordeaux (Platz 36, plus elf Ränge) profitieren voraussichtlich von dieser Entwicklung.

Auf Länderebene erzielt Deutschland im ECGI die höchste Gesamtbewertung mit den meisten Regionen in den Kategorien „stark“ und „sehr stark“ (insgesamt 15 Metropolregionen), gefolgt vom Vereinigten Königreich (zwölf Regionen). Im Vereinigten Königreich stiegen die Ballungsräume Manchester-Liverpool und Bristol aufgrund der prognostizierten Auswirkungen der Verteidigungsausgaben um 14 beziehungsweise vier Plätze auf die Positionen 19 und 27.

Wie schon in früheren Ausgaben des ECGI beeinflusst der Klimawandel auch weiterhin die Aussichten für die europäischen Immobilienmärkte. Der Index berücksichtigt Klimarisiken und Energiesicherheit in seinen Kennzahlen und kommt zu dem Ergebnis, dass die Zunahme extremer Hitzetage und Waldbrände insbesondere die südlichen Regionen Europas stark belasten dürfte. Madrid bleibt jedoch auf Platz acht des diesjährigen ECGI-Rankings, was auf den starken wirtschaftlichen Rückenwind durch einige der niedrigsten Strompreise Europas aufgrund von Solarenergie sowie auf ein starkes BIP- und Beschäftigungswachstum zurückzuführen sei.

An der Spitze des diesjährigen Index dominieren London und Paris, die aufgrund ihrer Bedeutung als globale Metropolen das Ranking anführen.

Dan Mahoney, Europe Head of Research and Strategy bei Lasalle, erklärt: „Rüstungsausgaben und Klimaanpassung prägen die urbane Hierarchie Europas wie nie zuvor. Es ist entscheidend, diese Faktoren gemeinsam mit den klassischen Treibern der Immobiliennachfrage in jedes ökonomische Städteranking einzubeziehen.“ (DFPA/mb)

Lasalle Investment Management Inc. (Lasalle IM) ist der Investmentmanager der Jones Lang Lasalle-Gruppe (JLL) mit Sitz in Chicago.

www.lasalle.com

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