Viele Impact-Investoren stützen ihre Anlageentscheidungen eher auf überzeugende Erzählungen als auf belastbare Wirkungsanalysen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie zweier US-amerikanischer Wissenschaftlerinnen, die im Journal of Business Ethics veröffentlicht wurde.
Nach dem Report “Who Loses in Win–Win Investing? A Mixed Methods Study of Impact Risk” werde die tatsächliche soziale oder ökologische Wirkung vieler Investitionen zu wenig geprüft – ein Risiko für Menschen und Umwelt, die auf diese Wirkung angewiesen sind.
Die Forscherinnen Lauren Kaufmann (University of Virginia) und Helet Botha (University of Michigan-Dearborn) hatten für ihre Untersuchung 124 Interviews mit Branchenvertretern weltweit geführt. Ihr Fazit: Die Annahme, dass soziale Wirkung und finanzielle Rendite automatisch Hand in Hand gehen, führe häufig dazu, dass mögliche Risiken übersehen werden. Laut Studie wird Impact-Risiko im Investitionszyklus oft gar nicht berücksichtigt, besonders wenn ein Unternehmen bereits ESG-Checklisten oder Ausschlusskriterien erfüllt.
Trotz des Wachstums der Branche – laut GIIN umfasst der Impact-Investment-Markt inzwischen rund 1,5 Billionen US-Dollar – fehlt es offenbar an fundierter Wirkungskontrolle. Die Autoren sehen darin einen „Weckruf“ für die Branche und fordern mehr Rechenschaftspflicht, objektive Erfolgsmessung und ehrliche Auseinandersetzung mit Misserfolgen. Nur so könne Impact Investing seinem Anspruch wirklich gerecht werden. (DFPA/abg)
Den vollständigen Report finden Sie hier.
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