Internationale IPO-Märkte legen im dritten Quartal zu
Im dritten Quartal 2025 gingen weltweit 370 Unternehmen an die Börse – ein Plus von 19 Prozent verglichen mit dem Vorjahresquartal (311). Das Emissionsvolumen stieg um 89 Prozent auf 48,3 Milliarden US-Dollar. Dieser Trend spiegelt sich laut IPO-Barometer des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY auch in den Neun-Monats-Zahlen wider. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 gab es 914 Börsengänge, ein leichtes Plus von fünf Prozent im Vergleich zu 874 im Vorjahr; 110,1 Milliarden US-Dollar an Platzierungsvolumen sind ein deutlicher Anstieg von 41 Prozent im Jahresvergleich (78,2 Milliarden US-Dollar).
Auffällig sei die deutliche Verbesserung des IPO-Sentiments in Amerika und Asien auf Jahressicht – und ein Aufhellen der IPO-Aktivität in Europa im dritten Quartal. Die Zahl der IPOs wuchs in den USA deutlich auf 180 IPOs (Vorjahr 121) mit einem Emissionsvolumen von 33,0 Milliarden US-Dollar (Vorjahr 27,3 Milliarden US-Dollar) mit einer hohen Dominanz (50 Prozent) von Börsenneulingen von außerhalb der USA (111). In Hongkong fand der nach Emissionsvolumen größte Börsengang im dritten Quartal statt – die Zijin Gold International Co Ltd. mit 3,2 Milliarden US-Dollar. An europäischen Börsen ließen sich bedingt durch die erhöhten Unsicherheiten im ersten Halbjahr auf Jahressicht weniger Unternehmen listen (73 nach 97 im Vorjahr), das Emissionsvolumen erreichte 9,4 Milliarden US-Dollar (Vorjahr 15,4 Milliarden).
In Deutschland gab es im dritten Quartal einen großen Börsengang mit dem Listing der Aumovio. Das Unternehmen – eine Aufspaltung aus der Continental AG – erreichte mit seiner Erstnotiz eine Marktkapitalisierung von rund 3,5 Milliarden Euro. Mit Aumovio fanden in diesem Jahr insgesamt vier Börsengänge an der Frankfurter Börse statt.
Die höchsten Anteile am weltweiten Emissionsvolumen in den ersten drei Quartalen (110,1 Milliarden US-Dollar) entfielen auf die Branchen Technologie (23,8 Milliarden), Mobility (14,2 Milliarden) und RE/Hospitality & Construction (13,2 Milliarden).
„Es zeichnet sich trotz der bekannten und weiter bestehenden makroökonomischen Unsicherheiten ein gutes IPO-Jahr ab. Positive Effekte haben jüngst überwogen: Die Volatilität der großen Indizes ging auf normale Werte zurück, Notenbanken wie die Fed und EZB erwägen eher Zinssenkungen als Anhebungen, und die Aktienindizes blieben von größeren Rücksetzern verschont. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen und die weitere Entwicklung der US-Zollpolitik sollten aber nicht aus den Augen verloren werden, sie haben weiterhin das Potenzial, das positive Marktumfeld zu stören“, analysiert Dr. Martin Steinbach, Partner und Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY. „Dennoch besteht Anlass für vorsichtigen Optimismus: Marktbreite Aktienindizes notieren nahe ihrer Allzeithochs, die Zentralbanken in Europa und den USA haben (vorsichtig) Zinsen gesenkt, und auch die Inflationsraten sind stabil.“ (DFPA/mb)
Ernst & Young ist ein unter dem Kürzel EY global operierendes Netzwerk rechtlich selbstständiger und unabhängiger Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Transaktionsberatung, Risk Advisory, Financial Advisory sowie Unternehmens- beziehungsweise Managementberatung und klassische Rechtsberatung.