Nachdem der Goldpreis zu Beginn des Jahres 2026 eine Rekordjagd bis über die Marke von 5.500 US-Dollar pro Unze hinlegte, zeigt sich der Markt aktuell in einer Korrekturphase. Mit einem Stand von derzeit um die 4.500 US-Dollar notiert das Edelmetall zwar weiterhin auf historisch hohem Niveau, doch die Volatilität hat zugenommen. Aus Sicht von Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei dem Vermögensverwalter J.P. Morgan Asset Management, stützen geopolitische Spannungen und die Geldpolitik der Notenbanken den Aufwärtstrend grundsätzlich, für Investoren stelle sich auf dem aktuellen Niveau aber verstärkt die Frage nach dem Chance-Risiko-Verhältnis.
Galler warnt vor einer zunehmenden Fallhöhe und sieht in realen Vermögenswerten wie Infrastruktur oder Transport derzeit kostengünstigere Alternativen für den langfristigen Inflationsschutz.
Geldwertstabilität und Geopolitik seien die aktuellen Treiber der Goldrally. „Solange es keine Rückkehr zu stabilitätsorientierter Fiskal- und Geldpolitik gibt, bleibt der Rückenwind für Gold bestehen. Doch auf dem aktuell hohen Preisniveau nehmen die Risiken zu“, stellt Galler fest. Der hohe Goldpreis könnte aus Sicht Gallers auch ein Signal für die Zentralbanken im Westen sein, Teile ihrer hohen Goldbestände abzubauen und Gewinne zu realisieren: Der Goldanteil an den Zentralbankreserven in den USA, Deutschland, Italien und Frankreich stieg seit dem dritten Quartal 2022 um zehn Prozentpunkte auf inzwischen rund 80 Prozent.
„Gold kann auch zukünftig durchaus wertvolle Wertbeiträge liefern, um das eigene Investmentportfolio gegenüber geopolitischen Schocks und Geldentwertung stabiler zu machen“, fasst Tilmann Galler zusammen. Doch Investoren sollten sich bewusst sein, dass „Gravitationskräfte“ auch bei Gold wirken. „Die Fallhöhe ist durch den rasanten Anstieg größer geworden, wie man bereits sehen konnte“, sagt Galler. Inflationsschutz bekommt man nach seiner Einschätzung inzwischen günstiger in realen Vermögenswerten wie Infrastruktur, Transport oder Immobilien. (DFPA/mb)
Unter der Marke J.P. Morgan Asset Management betreibt der international tätige Finanzdienstleistungskonzern JP Morgan Chase [&] Co. mit Sitz in New York den Geschäftsbereich Vermögensverwaltung. Dieser verwaltet Publikumsfonds sowie institutionelle Mandate.
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