Nach Ansicht von Ali Dibadj, CEO von Janus Henderson Investors, markiert das Jahr 2025 einen geopolitischen Wendepunkt für Wirtschaft und Kapitalmärkte. „Wenn 2024 das Jahr der Wahlen war, ist 2025 das Jahr des politischen Wandels“, so Dibadj in einem aktuellen Marktkommentar.
Die Zunahme geopolitischer Spannungen, neue Zölle und fragile internationale Allianzen hätten bereits 2024 für erhebliche Marktbewegungen gesorgt – Tendenz steigend. Unternehmen und Investoren müssten sich daher zunehmend mit Risiken wie Sanktionen, Währungsverschiebungen, Cyberangriffen und einer möglichen Blockbildung der Weltwirtschaft auseinandersetzen.
Europa strebe laut Dibadj mehr strategische Autonomie an und stärke seine Industrie- und Verteidigungskapazitäten. Auch weltweit sei eine zunehmende Militarisierung zu beobachten. Diese Umbrüche führten zu einer Neuausrichtung von Handelsbeziehungen und Investitionsstrategien. Gewinner dieser Entwicklung könnten laut Dibadj frühzeitig von aktiven Anlegern identifiziert werden.
Im Anleihenbereich sieht Janus Henderson attraktive Chancen durch anhaltend hohe Zinsen – insbesondere außerhalb der USA. Anleger setzten vermehrt auf Investment-Grade-Anleihen mit kurzer Duration sowie Private Credit, etwa durch asset-backed Lending.
Zudem betont Dibadj den Einfluss des demografischen Wandels und technologischer Innovationen – etwa durch künstliche Intelligenz und Biotechnologie – auf das globale Investmentumfeld. Die Asset-Management-Branche reagiere darauf mit neuen Produkten, darunter tokenisierte Fonds auf Blockchain-Basis. „Die Märkte sind komplexer geworden“, so Dibadj. Passives Investieren reiche nicht mehr aus. Gefragt seien aktive Strategien, geopolitische Analyse und Widerstandsfähigkeit. (DFPA/abg)
Die Janus Henderson Group ist ein Vermögensverwalter mit Sitz in London. Das Unternehmen verwaltet ein Anlagevermögen von etwa 345 Milliarden US-Dollar und hat über 2.000 Mitarbeiter sowie Büros in 25 Städten weltweit (Stand: 31. März 2025).