KI und Verteidigung treiben europäische Cybersecurity-Startups an
Europäische Cybersecurity-Startups erleben in diesem Jahr einen Aufschwung bei Investitionen von Venture-Capital-Gebern. Laut Daten von PitchBook sammelten Unternehmen im Jahr 2025 bislang 2,7 Milliarden Euro bei 266 Finanzierungsrunden ein – mehr als im Vorjahr und auf Kurs für den höchsten Wert seit 2021.
Als Haupttreiber gelten Künstliche Intelligenz (KI) und der Verteidigungssektor. Angriffe auf IT-Systeme werden zunehmend komplexer und schneller, weshalb traditionelle Sicherheitslösungen oft überfordert sind. Startups wie das irische Unternehmen Tines setzen KI ein, um Sicherheitsvorfälle automatisch zu analysieren, zusammenzufassen und Handlungsempfehlungen zu geben. Auch israelische Firmen wie Seemplicity und Legion entwickeln KI-Agenten, die Sicherheitslücken schneller als Menschen schließen können.
Zugleich sorgt das wachsende Verteidigungsbudget für zusätzliche Finanzierungsimpulse. Die EU stellte 2025 145,5 Millionen Euro bereit, um kleine und mittelständische Unternehmen sowie öffentliche Verwaltungen gegen Cyberangriffe zu stärken. Dual-use-Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden können, profitieren besonders von der gestiegenen Nachfrage: Das römische Startup Exein meldete nach Abschluss seiner 70-Millionen-Euro-Finanzierungsrunde ein deutliches Wachstum auf dem Heimatmarkt.
Analysten sehen die Kombination aus KI-getriebenen Angriffen und höheren Verteidigungsausgaben als Hauptgrund für die Renaissance des europäischen Cybersecurity-Sektors im Venture-Capital-Bereich. (DFPA/abg)
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