Künstliche Intelligenz (KI) verändert den Arbeitsmarkt mit hoher Geschwindigkeit. Dabei führt der technologische Wandel nicht zwangsläufig zu einem sinkenden Bedarf an Büroflächen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Immobilienberaters JLL gemeinsam mit der Sloan School of Management und dem Center for Real Estate des Massachusetts Institute of Technology (MIT).
Für Immobilienmärkte wird demnach weniger das Ausmaß der KI-Disruption als die Anpassungsfähigkeit eines Standorts entscheidend. Untersucht wurden insbesondere der US-Büromarkt sowie internationale Metropolen, darunter Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart.
Die Analyse unterscheidet drei Wirkungen von KI auf Beschäftigung: Die Technologie kann bestehende Tätigkeiten erweitern, bestimmte Aufgaben und Berufe ersetzen sowie neue Arbeitsplätze schaffen. 2025 wurde KI bei fünf Prozent der Stellenstreichungen als wesentlicher Grund genannt. Zugleich entstanden zwischen 2023 und 2025 mehr als eine Million KI-bezogene Arbeitsplätze.
Diese Entwicklung kann sich auch auf die Immobiliennachfrage auswirken. So stieg die Nachfrage nach Büroflächen im US-Technologiesektor Anfang 2026 trotz eines Beschäftigungsrückgangs um 1,5 Prozent. In San Francisco entfielen seit 2025 fast 30 Prozent der Büroanmietungen auf KI-Unternehmen.
JLL unterscheidet vier mögliche Entwicklungspfade: einen deutlichen Rückgang der Flächennachfrage durch Automatisierung, eine Aufwertung von Büros durch KI-unterstützte Wissensarbeit, eine regionale Verlagerung von Beschäftigung und Flächennachfrage sowie zusätzliches Wachstum in KI- und Innovationszentren.
Auch die deutschen Metropolen entwickeln sich unterschiedlich. München belegt laut Studie bei KI-Forschungspublikationen den ersten Platz in Europa und Rang elf weltweit. Berlin brachte in den vergangenen fünf Jahren 23 Unicorns hervor. Stuttgart profitiert von hohen Forschungs- und Entwicklungsausgaben. Insgesamt flossen in diesem Zeitraum knapp 54 Milliarden US-Dollar Risikokapital in deutsche Unternehmen. (DFPA/abg)
Die Studie finden Sie hier.
Jones Lang Lasalle Incorporated (JLL) ist ein international tätiges Dienstleistungs-, Beratungs- und Investment-Management-Unternehmen im Immobiliensektor mit Sitz in Chicago.