Kommentar: Energiesicherheit ist als Investmentthema zurück
Die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran hat nach Aussagen der Internationalen Energieagentur (IEA) eine gravierendere Öl- und Gaskrise ausgelöst als frühere Krisensituationen. Besonders betroffen seien Entwicklungsländer, aber auch Europa, Japan und Australien spürten die Auswirkungen deutlich. Andrea Dendorfer, Fondsmanagerin der Fürst Fugger Privatbank, sagt in einem Marktkommentar: „Das Thema Energiesicherheit ist wieder in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit gerückt – und damit auch seine Investierbarkeit.“
„Derzeit beflügeln drei große Wachstumstreiber das Thema Energie“, sagt Dendorfer: „Rechenzentren, das sogenannte Reshoring, also die Rückführung von Industrie und Dienstleistungen, sowie Investitionen der Versorger.“ Rechenzentren seien elementar für die Entwicklung und Anwendung Künstlicher Intelligenz (KI). Mit zunehmender Nutzung steige daher auch der Strombedarf. Es werde erwartet, dass sich die weltweite Nachfrage nach Rechenzentrumskapazität bis 2030 mehr als verdreifachen könnte. „Den exponentiell wachsenden Energiebedarf der Rechenzentren können auch Effizienzgewinne durch technischen Fortschritt nicht ausgleichen“, so Dendorfer.
Reshoring beschreibt den Trend, Energie wieder verstärkt selbst zu erzeugen, anstatt sie günstig auf dem Weltmarkt einzukaufen. Nutzen die USA dafür eigenes Öl und Gas, baut China schon jetzt mehr Wind- und Solarkraftanlagen als der Rest der Welt zusammen. Schwellenländer wie Pakistan ziehen nach.
Die wachsende und sich verändernde Energienachfrage betreffe alle Wirtschaftsbereiche – von der industriellen Automatisierung über Gebäudeeffizienz bis hin zu erneuerbaren Kraftstoffen und Netzinfrastruktur, sagt Dendorfer: „Die weltweite Veränderung der Energielandschaft zählt zu den wichtigsten Investmentthemen unserer Zeit. Die aktuelle Energiekrise unterstreicht dies nur.“ In einem gut diversifizierten Portfolio sollte der Bereich Smart Energy daher einen Platz als langfristige Beimischung haben. (DFPA/mb)
Die Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft hat ihren Sitz in Augsburg. Die Bank versteht sich als professioneller Finanzdienstleister für alle Anliegen rund um die private Geldanlage vermögender Privatkunden.