Ein neues Handelsabkommen zwischen den USA und Japan setzt wichtige Impulse für die japanische Wirtschaft – und schafft neue Chancen für Investoren. Davon geht Junichi Inoue, Head of Japanese Equities beim Fondsanbieter Janus Henderson Investors, in einem aktuellen Marktkommentar aus. „Wir sind nun noch überzeugter, dass es für Anleger an der Zeit ist, Japan wieder ins Auge zu fassen“, sagte Inoue.
Kern des Abkommens ist die Senkung von Zöllen auf japanische Produkte, insbesondere im Automobilsektor: Der US-Zollsatz für Fahrzeuge fällt von 27,5 auf 15 Prozent. Das bringe „viel Klarheit“ für eine Schlüsselbranche, die direkt und indirekt rund ein Fünftel der Gewinne japanischer börsennotierter Unternehmen ausmache. Auch Konsum- und Finanzsektor dürften profitieren – zumal nun wieder mit realistischem Lohnwachstum gerechnet werden könne.
Vor dem Hintergrund der verbesserten Rahmenbedingungen erwartet Inoue eine Zinserhöhung der Bank of Japan in der zweiten Jahreshälfte. „Eine Anhebung im September oder Oktober erscheint nun wahrscheinlicher“, so der Portfoliomanager. Bislang war der Markt von einer längeren Nullzinspolitik ausgegangen.
Auch die gesamtwirtschaftlichen Aussichten hellen sich auf: Für 2025 rechnet Inoue mit einem Wachstum von mindestens 3 bis 5 Prozent – statt der zuvor erwarteten Stagnation. Das liege nicht nur an den gelockerten Handelsbedingungen, sondern auch an einem neuen, 550 Milliarden US-Dollar schweren Investitionsprogramm Japans in den US-Produktionssektor. „Das schafft neue Stockpicking-Chancen“, betont Inoue, etwa in den Bereichen Halbleiter, KI, Schiffbau oder Biotechnologie.
Politisch bleibt die Lage in Japan indes volatil: Ein möglicher Rücktritt von Premierminister Ishiba könnte die Führungsspitze in Tokio erneut verändern. Historisch gesehen sei die Marktentwicklung vor einem Regierungswechsel jedoch meist positiv verlaufen. (DFPA/abg)
Die Janus Henderson Group ist ein Vermögensverwalter mit Sitz in London. Das Unternehmen verwaltet ein Anlagevermögen von etwa 345 Milliarden US-Dollar und hat über 2.000 Mitarbeiter sowie Büros in 25 Städten weltweit (Stand: 31. März 2025).