Die Bank von Japan ist durch ihre umfangreichen Käufe von Staatsanleihen und ETFs zunehmend in ihrer Unabhängigkeit eingeschränkt. Experten warnen, dass die Zentralbank dadurch kaum noch in der Lage sei, die Inflation effektiv zu bekämpfen, ohne erhebliche Verluste zu riskieren.
Laut den Ökonomen Gunther Schnabl und Taiki Murai vom Flossbach von Storch Research Institut hat die Bank durch ihre Anleihe- und ETF-Bestände eine Position geschaffen, in der geldpolitische Straffungen praktisch unmöglich werden. Seit Jahren hält die Bank die Zinsen auf null und hält Staatsanleihen im Gegenwert von rund 576 Billionen Yen (3,4 Billionen Euro) sowie ETFs im Wert von 37,2 Billionen Yen (219 Mrd. Euro) in ihrer Bilanz. Steigende Zinsen und eine Aufwertung des Yen könnten sowohl die Finanzstabilität des Staates als auch die Bewertung der Zentralbankanlagen gefährden. Schnabl und Murai sehen daher die Handlungsfähigkeit der Bank stark eingeschränkt und fordern einen teilweisen Abbau der Anleihebestände, um die Unabhängigkeit langfristig zu sichern. (DFPA/abg)
Das Flossbach von Storch Research Institute wurde von der Flossbach von Storch AG als eine zur freien Analyse verpflichtete Denkfabrik gegründet. Flossbach von Storch ist einer der größten bankenunabhängigen Vermögensverwalter in Deutschland. Rund 350 Mitarbeiter kümmern sich um ein Vermögen von mehr als 70 Milliarden Euro. (Stand: 30.06.2025)
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