Kommentar: Volatilität ist der Preis für Rendite
Seit der Eskalation der geopolitischen Spannungen im Iran ist die zu Jahresbeginn noch positive Stimmung an den Märkten gekippt. Solche Episoden, in denen ein schwaches erstes Quartal eng mit abrupten Anpassungen verbunden war, gab es schon öfter – etwa die Dotcom-Korrektur Anfang der 2000er-Jahre, die Finanzkrise 2008 oder der Beginn der Pandemie im Jahr 2020. Nach der Pandemie kam eine ungewöhnlich schnelle und kräftige Erholung. Das merkt Marko Behring, Bereichsleiter Asset Management der Fürst Fugger Privatbank, in einem Kommentar an.
Auf alle anderen Phasen folgten teils erhebliche Rückgänge. Die entscheidende Frage sei daher, ob es sich bei der aktuellen Entwicklung um den Beginn einer länger anhaltenden, schwierigeren Marktphase handelt - oder lediglich um eine temporäre Korrektur innerhalb eines grundsätzlich intakten Umfelds.
Behring sieht eher eine Korrektur: „Es fehlen die typischen systemischen Ungleichgewichte - etwa in Form exzessiver Überbewertungen im gesamten Markt oder als strukturelle Verwerfungen im Finanzsystem, wie zum Beispiel im Vorfeld der Finanzkrise.“ Auch die Unternehmensbilanzen seien insgesamt robust: Trotz gestiegener Zinsen sei die Verschuldung in weiten Teilen tragfähig und die Ertragslage stabil.“
Die historische Einordnung zeige, dass über lange Zeiträume hinweg ein durchschnittlicher Rücksetzer im S&P 500 bei rund 14 Prozent pro Jahr liege. Dem stehe aktuell ein Rückgang von in der Spitze etwa neun Prozent gegenüber. Die Märkte bewegten sich also bislang im Rahmen einer historisch normalen Schwankung. Kurzfristige Unsicherheit und erhöhte Volatilität blieben bestehen, gleichzeitig würden Rücksetzer aber auch Opportunitäten eröffnen.
Investierten Anleger rät Behring, Ruhe zu bewahren und sich nicht von kurzfristigen Marktbewegungen leiten zu lassen. Für Anleger mit Liquidität könne es sinnvoll sein, selektiv günstigere Einstiegsniveaus zu nutzen. Dabei bleibe das Timing aber weiterhin anspruchsvoll. „Anstatt auf kurzfristige Richtungsentscheidungen zu setzen, dürfte es entscheidend sein, die zentralen Einflussfaktoren im Blick zu behalten - insbesondere Zinsen, Inflation und Liquidität“, so Behring. (DFPA/mb)
Die Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft hat ihren Sitz in Augsburg. Die Bank versteht sich als professioneller Finanzdienstleister für alle Anliegen rund um die private Geldanlage vermögender Privatkunden.