Der Ausverkauf von Bundesanleihen bei einer gleichzeitigen Rallye von US- Treasuries ist ungewöhnlich. Dadurch sind die Renditeprämien bei Bundesanleihen jetzt wieder interessant, meint Felipe Villarroel, Portfoliomanager bei TwentyFour Asset Management einem Teil der international tätigen Schweizer Vontobel Holding.
Im ersten Quartal 2025 zeigten sich ungewöhnliche Bewegungen an den Rentenmärkten: Während US-Staatsanleihen (Treasuries) mit einer Rendite von 3,9 Prozent stark zulegten, verbuchten Bundesanleihen einen Verlust von 1,8 Prozent. Der Renditeunterschied von 5,7 Prozentpunkten gehört zu den größten Abweichungen der vergangenen 30 Jahre.
Auslöser war ein abrupter Kurswechsel in der deutschen Finanzpolitik, der einen Ausverkauf bei Bundesanleihen auslöste. Gleichzeitig profitierten US-Treasuries von einer “Flucht in Qualität” – eine Kombination, die selten vorkommt. Historische Vergleiche zeigen, dass Bundesanleihen in den vier Quartalen nach ähnlichen Schwächephasen 1995 und 2020 im Schnitt deutlich besser abschnitten als ihre US-Pendants.
Ob sich dieses Muster wiederholt, bleibt offen. Analysten betonen jedoch, dass sich durch solche Marktverzerrungen Chancen für Investoren ergeben – insbesondere bei währungsabgesicherten Anlagen, bei denen Bundesanleihen aktuell eine attraktive Renditeprämie bieten. Solange jedoch keine Klarheit über die Ausgabenvorhaben der deutschen Regierung besteht, dürfte die Volatilität an den europäischen Anleihemärkten anhalten. (DFPA/abg)
Die Vontobel Holding AG ist eine international tätige Schweizer Privatbank mit Sitz in Zürich. Sie ist auf die Vermögensverwaltung für Privatkunden und institutionelle Anleger sowie das Investment Banking spezialisiert.