In der Diskussion um die Magnificent 7 ist zunehmend von einer Tech-Blase die Rede. Immer mehr Anleger machen sich Sorgen wegen der Marktkonzentration von Apple, Microsoft, Google, Amazon, Nvidia, Meta und Tesla und hinterfragen, wie nachhaltig die Performance dieser Aktien ist. Doch wie steht es tatsächlich um die Zahlen und wie entwickeln sich die Unternehmen? Tiffany Wade und Michael Guttag, Senior Portfolio Manager bei dem Vermögensverwalter Columbia Threadneedle Investments, geben eine Einschätzung.
Die Bedenken hinsichtlich der hohen Marktkonzentration seien berechtigt, denn das Gewicht der Magnificent 7 sei historisch außergewöhnlich. Heute entfallen etwa 39 Prozent der Gesamtkapitalisierung des S[&]P 500 auf die zehn größten Unternehmen des Index. Während der Technologieblase von 1999/2000 lag der Höchstwert bei lediglich 27 Prozent.
„Wir glauben allerdings nicht, dass es bei diesen Unternehmen Anzeichen einer Blase gibt. Es gibt nämlich einen wesentlichen Unterschied: die Ertragskraft der heutigen Mega-Cap-Unternehmen“, so heißt es in der Markteinschätzung. Im Jahr 2000 wurden die zehn größten Aktien zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 43 gehandelt, während der restliche Markt bei 21 lag. Das war ein Aufschlag von mehr als 100 Prozent. Das KGV der aktuell zehn größten Unternehmen liegt dagegen bei 31, verglichen mit 21 für den Rest des S[&]P 500. Als die Konzentration während der Tech-Blase ihren Höhepunkt erreichte, lagen die Gewinne dieser Unternehmen bei weniger als 20 Prozent des Gesamtmarktes – heute liegen sie bei 30 Prozent. Die höhere Marktkapitalisierung reflektiere also eine größere Ertragskraft.
Der starke Kursanstieg der Magnificent 7 und des Technologiesektors insgesamt spiegele die steigenden Gewinnerwartungen der Anleger wider. Aus diesem Grund sind ihre Bewertungskennzahlen – mit Ausnahme von Tesla – in diesem Jahr nur moderat gesunken, um rund zwei Prozent. Die Bewertungsmultiplikatoren im Gesamtmarkt haben hingegen um mehr als drei Prozent zugenommen.
Seit dem Sommer sind die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr 2025 im Technologiesektor – einschließlich der Magnificent 7 – um zwölf Prozent gestiegen (übriger Markt: sechs Prozent). Der Konsens lautet, dass die Magnificent 7 in den kommenden zwei Jahren ein jährliches Gewinnwachstum von etwa 15 Prozent erwartet, während der Rest des Marktes nur auf zehn Prozent kommt. Das zeigt: Der Markt belohnt die Unternehmen, die durchweg ein überzeugendes Ertragswachstum erzielen. Die größten Titel steuern inzwischen einen deutlich höheren Anteil zu den Gewinnen des Gesamtmarktes bei, und ihre erwarteten Wachstumsraten übertreffen die des übrigen Marktes.
Trotzdem sollten Anleger die Unterschiede zwischen den einzelnen Unternehmen nicht übersehen. Denn selbst in einem Bullenmarkt komme es darauf an, jene Unternehmen auszuwählen, die auch langfristig eine gute Performance liefern können. Das wichtigste Kriterium sei ein Gewinnwachstum, das durch solide Fundamentaldaten und eine vorausschauende Dynamik gestützt wird. Wer auf Qualität und Wachstum setzt, könne Phasen mit höherer Marktkonzentration erfolgreich meistern. (DFPA/mb)
Columbia Threadneedle Investments ist eine Vermögensverwaltungsgruppe, die weltweit für private, institutionelle und Firmenkunden ein Spektrum von aktiv verwalteten Anlagestrategien und -lösungen anbietet.