Korrektur bei Start-up-Bewertungen – KI bleibt Treiber
Nach Jahren überhöhter Bewertungen aus der Pandemiezeit erlebt der Wagniskapitalmarkt eine deutliche Korrektur. Laut einer aktuellen Analyse des amerikanischen Research-Unternehmen PitchBook war im zweiten Quartal ein Viertel aller Finanzierungsrunden mit gleichbleibenden oder sinkenden Bewertungen abgeschlossen worden – so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr.
Auch zahlreiche Börsengänge lagen deutlich unter den zuvor erreichten privaten Spitzenbewertungen. Gleichzeitig setzt sich ein klarer Trend ab: Start-ups aus dem Bereich Künstliche Intelligenz (KI) erzielen weiterhin höhere Bewertungen, schnellere Finanzierungsrunden und größere Deals als andere junge Unternehmen. So liegt der mittlere Bewertungsaufschlag bei Series-B-Runden im KI-Sektor bei 2,1 – verglichen mit 1,4 bei nicht-KI-Firmen.
Von stabileren Bewertungen profitieren zudem Branchen, die mit politischen Prioritäten übereinstimmen, etwa Verteidigungstechnologien, Fintech oder Kryptowährungen. Ein Beispiel ist der Stablecoin-Emittent Circle, dessen Aktienkurs sich am ersten Handelstag mehr als verdoppelte. Analysten sehen in der Korrektur eine gesunde Normalisierung: Sie befreie Start-ups von unrealistischen Altbewertungen und eröffne neue Wege zu Kapital und Exits. Allerdings blieben die Aussichten angesichts schwankender Märkte und wirtschaftlicher Unsicherheiten ungleichmäßig. 2025 gilt als mögliches Wendepunktjahr für den VC-Markt. (DFPA/abg)
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PitchBook ist ein US-amerikanisches Finanzdaten- und Analyseunternehmen, das sich auf Private Equity, Venture Capital, Mergers & Acquisitions (M&A) und andere Bereiche der privaten Kapitalmärkte spezialisiert hat. Das Unternehmen wurde 2007 gegründet und gehört seit 2016 zur Morningstar Inc., einem großen Anbieter von Finanzinformationen und Investmentanalysen.