Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu den Baugenehmigungen zeigen für Februar 2026 eine Belebung. Damit setze sich die vorsichtige Stabilisierung, die zu Jahresbeginn erkennbar war, zunächst fort, sagt der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen.
„Die Erholung bei den Genehmigungszahlen vom Jahresanfang ist ein positives Signal – sie spiegelt aber den Trend aus der Zeit vor Beginn des Irankriegs wider. Die Regierung muss mit Blick auf die drohenden Verwerfungen jetzt umgehend handeln, damit es beim weiterhin dringend notwendigen Wohnungsbau nicht erneut zu einer Vollbremsung kommt“, sagt Axel Gedaschko, GDW-Präsident.
Die Baukosten steigen weiter – insbesondere bei Materialien gibt es nach wie vor keine verlässlichen Festpreise. Die angespannte Lage rund um die Straße von Hormus und in der gesamten Nahostregion verschärft die Situation deutlich. Selbst bei einer kurzfristigen politischen Entspannung würde die Wiederherstellung beschädigter Produktionsanlagen für Baustoffe mindestens drei Monate dauern. Gleichzeitig bleibt das Zinsniveau hoch. Das Ergebnis sei eindeutig: Der Neubau könnte erneut abgewürgt werden.
„Umso dringlicher ist jetzt ein klarer Perspektivwechsel: Wir brauchen eine Fast Lane – also einen echten Abwägungsvorrang – für den Wohnungsbau. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen deutlich beschleunigt und standardisiert werden. In angespannten Märkten muss das Wohnen als überragendes öffentliches Interesse gesetzlich verankert werden, damit Abwägungsprozesse nicht länger Projekte blockieren. Ein klarer Abwägungsvorrang für den Wohnungsbau würde den Behörden die notwendige rechtliche Sicherheit geben, schneller und mutiger zu entscheiden“, sagt Gedaschko.
Flankierend sei dazu eine deutliche Stärkung der Förderkulisse erforderlich. Das Programm „Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment“ (KNN) muss finanziell verdoppelt und über den 30. Juni hinaus verlängert werden. Ergänzend brauche es eine Sonderabschreibung (Sonder-AfA) für Neubauten im EH-55-Standard mit zusätzlichem Aufschlag, um Investitionen wieder wirtschaftlich tragfähig zu machen. (DFPA/ljh)
Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rund sechs Millionen Wohnungen, in denen über 13 Millionen Menschen wohnen.
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