Die deutsche Wirtschaft steht 2025 vor einer entscheidenden Wegmarke. Nach Jahren der Stagnation, Produktionsverlagerungen und Stellenstreichungen droht der Bundesrepublik das dritte Jahr in Folge ohne reales Wachstum. Gleichzeitig ist Deutschland im internationalen Wettbewerbsranking auf Platz 24 zurückgefallen. Doch eine Mischung aus Reformpolitik, staatlichen Investitionen und Schulterschluss mit der Industrie könnte eine Trendwende einleiten, so eine aktuelle Analyse der LAIQON-Tochter SPSW Capital.
Laut Christian Schmidt, Portfoliomanager bei SPSW Capital, erinnert die Lage an die späten 1990er Jahre, als Deutschland als „kranker Mann Europas“ galt – ehe Arbeitsmarktreformen und günstige Rahmenbedingungen eine Phase wirtschaftlicher Stärke einleiteten. Heute setze die Bundesregierung mit einem 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturpaket sowie einem neuen Sondervermögen erste Impulse. Allein bis 2029 sollen Investitionen von 270 Milliarden Euro in Verkehr, Digitalisierung, Wohnungsbau und Klimaschutz fließen.
Reformen und Sondervermögen könnten Wende bringen
Die Kapitalmärkte reagierten bereits mit Kursgewinnen, doch die Realwirtschaft hinkt hinterher: Industrieproduktion und BIP schwächeln, Chemie- und Maschinenbaukonzerne kürzten ihre Prognosen. Hoffnung macht eine breite Initiative von 61 Unternehmen und Investoren – darunter BASF, Siemens, Volkswagen und BlackRock –, die Investitionen von mehr als 600 Milliarden Euro zugesagt haben. Besonders profitieren könnten die Bauwirtschaft, IT-Dienstleister, Energieinfrastruktur und der mittelständisch geprägte MDAX.
„Die Vergangenheit zeigt, dass entschlossene Strukturreformen Stagnation überwinden können“, so Schmidt. Entscheidend sei nun, ob die angekündigten Programme von nachhaltigen Reformen begleitet werden, um Deutschland wieder auf einen stabilen Wachstumspfad zu führen. (DFPA/abg)
Das 1995 gegründete, bankenunabhängige Unternehmen Laiqon AG, Hamburg, ist seit 2005 an der Börse vertreten. Als Premium Wealth Spezialist mit Fokus auf nachhaltige Kapitalanlagen betreut die Gesellschaft ein treuhänderisch verwaltetes Vermögen von rund 9,75 Milliarden Euro (Stand: August 2025).