Ein eigenes Zuhause zu kaufen oder zu bauen, scheitert zumeist daran, dass es den angehenden Wohneigentümern an Eigenkapital fehlt. Wie groß das Problem ist und ob es sich verändert hat, zeigt das „LBS empirica-Erschwinglichkeitsbarometer 2026“: Zuletzt verfügten nur knapp sechs Prozent der jüngeren Mieterhaushalte über genug Eigenkapital, um Wohneigentum zu erwerben. Vor 15 Jahren waren es noch fast zehn Prozent. Dagegen hätten immerhin 39 Prozent der Haushalte ein ausreichend hohes Nettoeinkommen gehabt, um die Kreditrate stemmen zu können.
Entwickelt wurde das Konzept für den Erschwinglichkeitsindikator bereits im Jahr 2018 vom Berliner Forschungsinstitut empirica gemeinsam mit den Landesbausparkassen. Seither wurden die Berechnungen in loser Folge neu aufgelegt. Künftig wird die Veröffentlichung jährlich erfolgen.
„Die Ersparnisse waren schon immer der Engpassfaktor bei der Wohneigentumsbildung, aber im Laufe der vergangenen zehn Jahre hat sich die Situation spürbar verschlechtert. Es braucht nun die richtigen politischen Weichenstellungen, um dagegen anzusteuern“, sagt Axel Guthmann, Verbandsdirektor der Landesbausparkassen.
Wo anzusetzen sei, liege auf der Hand. „Mit mehr Neubau wäre zumindest die Preisentwicklung in den Griff zu bekommen. Das hat die Politik zwar erkannt, aber die ergriffenen Maßnahmen zur Verbesserung der Angebotsbedingungen wirken nicht kurzfristig, sie genügen auch noch nicht und die aktuelle weltpolitische Lage ist nun ein weiterer Schlag ins Kontor.“ Deshalb seien nun dringend alle Register zu ziehen: „Die Erwerbsnebenkosten müssen endlich sinken, darunter vor allem die Grunderwerbsteuer, und die Ersparnisbildung für Wohneigentum sollte stärker angereizt werden. Dafür steht als bewährtes Instrument die Wohnungsbauprämie zur Verfügung.“ (DFPA/mb)
Die LBS-Gruppe betreibt das Bauspargeschäft der Sparkassen-Finanzgruppe. Sie besteht aus fünf Landesbausparkassen mit regional abgegrenzten Geschäftsgebieten.