Lateinamerika profitiert von Nearshoring und Konsumboom
Steigende Rohstoffpreise, Nearshoring und wachsender Binnenkonsum könnten den Aktienmärkten in Lateinamerika langfristig zusätzlichen Auftrieb geben. Zu diesem Ergebnis kommt das Emerging-Markets-Aktienteam des kanadischen Vermögensverwalters RBC BlueBay in einem Marktausblick.
Seit 2025 hätten die Börsen in Lateinamerika sowohl Industrieländer als auch andere Schwellenmärkte übertroffen, erklärte Portfoliomanager Christoffer Enemaerke. Begünstigt worden sei die Entwicklung unter anderem durch Wahlerfolge wirtschaftsfreundlicher Mitte-Rechts-Regierungen, hohe Realzinsen und einen schwächeren US-Dollar.
Besonders Mexiko profitiere von der Verlagerung globaler Lieferketten näher an den US-Markt. Unternehmen wollten ihre Abhängigkeit von asiatischen Produktionsstandorten reduzieren. Das USMCA-Handelsabkommen mit den USA und Kanada bleibe dabei ein wichtiger Standortfaktor für die Region.
Auch steigende Rohstoffpreise gelten als Treiber. Länder wie Chile und Peru profitierten von der hohen Nachfrage nach Kupfer, Brasilien von Exporten von Eisenerz und Erdöl. Zugleich sehen die Analysten langfristige Chancen bei Finanzdienstleistungen und Konsumgütern. Hintergrund seien steigende Einkommen, Urbanisierung und eine bislang vergleichsweise geringe Verbreitung von Bank- und Versicherungsprodukten.
Kurzfristige Risiken sehen die Experten in einer möglichen weiteren Aufwertung des US-Dollars sowie anhaltend hohen Energiepreisen infolge geopolitischer Spannungen wie des Iran-Konflikts. Langfristig sprächen die Fundamentaldaten jedoch weiterhin für die Region. (DFPA/abg)
RBC Bluebay Asset Management gehört zu RBC Global Asset Management und ist die Vermögensverwaltungsabteilung der Royal Bank of Canada (RBC) in EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika sowie APAC (Asien-Pazifik).