Lateinamerika vor Neubewertung der Märkte

In mehreren Ländern Lateinamerikas zeichnet sich ein deutlicher wirtschaftspolitischer Kurswechsel ab, der den Kapitalmärkten Rückenwind geben könnte. In Verbindung mit fallenden US-Zinsen, einem schwächeren Dollar und einer Erholung der Rohstoffpreise mehren sich nach Einschätzung des Vermögensverwalters Redwheel die Anzeichen für eine nachhaltige Neubewertung der Region.

Im Jahr 2026 stehen unter anderem Wahlen in Brasilien, Kolumbien und Peru an. Wählerinnen und Wähler setzten zunehmend auf marktfreundliche, fiskalisch konservative Regierungen. Mit Ausnahme Brasiliens, wo der linke Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva kandidiert, dürfte sich der Rechtsruck fortsetzen. In Peru führt demnach der konservative Politiker Rafael López Aliaga in einem fragmentierten Bewerberfeld.

Ökonomen sprechen von der Chance auf einen „virtuous circle“, also einen sich selbst verstärkenden Aufschwung: Eine orthodoxere Wirtschaftspolitik mit Fokus auf Haushaltsdisziplin, Inflationsbekämpfung und begrenzter Staatsintervention könnte die real hohen Zinsen sinken lassen und so Investitionen und Wachstum ankurbeln. Nachdem die US-Notenbank im September 2025 wieder auf Lockerungskurs eingeschwenkt ist, signalisierten auch Notenbanken der Region Zinssenkungen. Die brasilianische Zentralbank stellte zuletzt eine Reduzierung des Leitzinses SELIC in Aussicht.

Zusätzlichen Rückenwind liefert die Entwicklung am Devisen- und Rohstoffmarkt. Seit Anfang 2025 haben zahlreiche lateinamerikanische Währungen gegenüber dem US-Dollar aufgewertet. Ein schwächerer Dollar begünstigt in der Regel steigende Rohstoffpreise. Der Bloomberg Commodity Index hat sich seit Ende 2025 deutlich erholt, liegt aber weiterhin klar unter seinem Hoch von 2008.

Davon profitiert insbesondere der Aktienmarkt der Region, in dem Energie- und Rohstoffwerte stark gewichtet sind. Der MSCI EM Latin America Index ist seit seinem Tief im Januar 2025 um 77 Prozent gestiegen. Gleichwohl notiert er noch rund 40 Prozent unter seinem Höchststand aus dem Jahr 2008.

Auch die Bewertung erscheint aus Sicht der Analysten moderat: Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,5 auf Sicht von zwölf Monaten liege der Markt zwar über den Tiefstständen der frühen 2020er Jahre, aber unter früheren Hochphasen. Kapitalzuflüsse unterstreichen das wachsende Investoreninteresse: Allein im Januar 2026 verzeichneten börsengehandelte Fonds mit Fokus auf Lateinamerika Zuflüsse von knapp 1,5 Milliarden US-Dollar – mehr als in den fünf Jahren zuvor zusammengenommen.

Ob sich daraus tatsächlich eine dauerhafte Neubewertung ergibt, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob die angekündigten Reformen umgesetzt werden und das globale Umfeld stabil bleibt. (DFPA/abg)

Redwheel ist ein unabhängiger Investmentmanager mit Niederlassungen in London, Miami und Singapur. Das Unternehmen verwaltet im Auftrag von Kunden ein Vermögen in Höhe von insgesamt 17,6 Milliarden US-Dollar (Stand: 30. September 2023)

www.redwheel.com

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Wirtschaft, Märkte, Studien

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