Im Halbjahresausblick 2026 analysiert die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ein Marktumfeld, das von geopolitischer Unsicherheit, Reformhoffnungen in Deutschland und steigenden Zinsen geprägt ist. Unter dem Titel „Märkte zwischen geopolitischer Unsicherheit und Reformen“ rücken die Analysten zentrale Entwicklungen bei Konjunktur, Zinsen, Währungen, Aktien, Immobilien und Rohstoffen in den Fokus.
Die deutsche Wirtschaft steht nach Einschätzung des LBBW Research vor einer entscheidenden Phase. Zwar dürfte die expansive Fiskalpolitik Impulse setzen. Zugleich kommt es nun darauf an, ob die Bundesregierung die angekündigten strukturellen Reformen konsequent voranbringt und damit neues Vertrauen bei Unternehmen, Investoren und Verbraucherinnen und Verbrauchern schafft.
„Die Koalition muss jetzt die Nerven behalten“, heißt es in der Analyse von Dr. Moritz Kraemer, Chefvolkswirt und Leiter Research der LBBW, mit Blick auf den erwarteten „Sommer der Reformen“. Ein Scheitern würde die Stimmung weiter belasten.
Ein weiterer zentraler Unsicherheitsfaktor bleibe die geopolitische Lage. Besonders der Konflikt am Persischen Golf zeigt nach Einschätzung des LBBW Research, wie eng geopolitische Risiken mit Rohstoffmärkten, Inflation, Lieferketten und Kapitalmarktentwicklung verbunden sind. Eine nachhaltige Entspannung sei daher entscheidend für Wachstumserwartungen, Zinsausblick und Risikobereitschaft an den Märkten.
Für die Kapitalmärkte erwartet das LBBW Research ein anspruchsvolles Umfeld. Nach Einschätzung der Experten dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Einlagesatz bis Jahresende 2026 um weitere 25 Basispunkte anheben; bei 2,50 Prozent dürfte der Gipfel erreicht sein. Auch die langfristigen Zinsen tendieren laut Halbjahresausblick eher nach oben. (DFPA/mb)
Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist eine mittelständische Universalbank sowie Zentralbank der Sparkassen in Baden-Württemberg, Sachsen und Rheinland-Pfalz.