Eine neue Studie des Bankenverbands zeigt: Lehrerinnen und Lehrer wünschen sich mehr Finanz- und Wirtschaftsbildung an Schulen, fühlen sich dafür jedoch teilweise nicht ausreichend ausgebildet. 78 Prozent sprechen sich für ein Schulfach „Wirtschaft und Finanzen“ in allen Bundesländern aus.
Besonders wichtig halten die Lehrkräfte, die Wirtschafts- und Finanzthemen unterrichten, den Umgang mit Geld, Grundlagen der Altersvorsorge und Kenntnisse über Geldanlagen zu vermitteln.
Aus Sicht des Bankenverbandes bestätigen die Ergebnisse die Notwendigkeit, die Finanz- und Wirtschaftsbildung für Schülerinnen und Schüler strukturell zu stärken. Dazu gehören unter anderem mehr Unterrichtszeit und verbesserte Materialien. Diese Punkte nennen die Lehrkräfte als größte Herausforderungen im Schulalltag. So bemängeln fast zwei Drittel der Befragten das Fehlen geeigneter Schulbücher. Die Mehrheit recherchiert Unterrichtsinhalte daher selbst, was als zeitaufwändig und belastend beschrieben wird. Zwar schätzen neun von zehn Lehrenden ihr Finanz-Fachwissen als hoch oder sehr hoch ein, aber nur knapp sechs von zehn sehen sich durch ihre Ausbildung gut oder sehr gut vorbereitet.
Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands: „Die Lehrerinnen und Lehrer senden ein klares Signal: Finanz-bildung braucht bessere Rahmenbedingungen. Sie ist eine zentrale Voraussetzung für verantwortungsvolles Handeln und sollte im Schulsystem einen größeren Stellenwert erhalten.“ Die aktuelle Erhebung zeige, dass konkrete Stellschrauben dafür mehr Unterrichtszeit für wirtschaftliche Themen, ein eigenständiges Schulfach sowie die stärkere Verankerung in Lehramtsausbildung und Lehrplänen sind. (DFPA/abg)
Die vollständigen Umfrageergebnisse finden Sie hier.
Der Bundesverband deutscher Banken (Bankenverband) mit Sitz in Berlin ist die Interessenvertretung der privaten Banken in Deutschland. Dem 1951 gegründeten Bankenverband gehören mehr als 210 private Banken und elf Landesverbände an.