Liquiditätsschwund bringt Finanzmärkte in Bedrängnis
Der anhaltende Rückgang der globalen Finanzmarktliquidität sorgt für zunehmenden Gegenwind an den internationalen Märkten. Nach Einschätzung von Beat Thoma, Chief Investment Officer Fisch Asset Management führt die Entwicklung zu höherer Volatilität bei Aktien und Staatsanleihen und verschärft bestehende Risiken im Finanzsystem.
Treiber des Liquiditätsentzugs sind vor allem die restriktivere Geldpolitik großer Zentralbanken wie der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank, die ihre Bilanzen reduzieren, um den Inflationsdruck einzudämmen. Gleichzeitig steigen weltweit Staatsausgaben und Schulden deutlich, was zusätzlichen Aufwärtsdruck auf Zinsen und Preise ausübt.
Kurzfristige Belastungsfaktoren wie geopolitische Spannungen und höhere Energiepreise verstärken die Marktschwankungen, gelten jedoch als vorübergehend. Entscheidend sei vielmehr der strukturelle Charakter der Liquiditätsverknappung, der langfristig auf die Märkte wirke.
Kommentiert wird die Entwicklung von, sowie Krishna Tewari, Investment Strategist bei Fisch Asset Management.
Besonders im Fokus stehen die Anleihemärkte: Steigende Renditen und wachsende Volatilität könnten zu Kettenreaktionen führen, etwa durch die Auflösung großer Handelsstrategien institutioneller Investoren. Dies würde den Zinsanstieg weiter beschleunigen.
Trotz der zunehmenden Risiken sehen die Experten den kritischen Kipppunkt bislang nicht erreicht. Die Lage bleibe angespannt, aber kontrollierbar. Allerdings nehme der Druck zu: Sollten Zinsen und Inflation weiter steigen, könnte sich die Situation rasch verschärfen. (DFPA/abg)
Die Fisch Asset Management AG ist ein auf das Management von Wandelanleihen spezialisierter Vermögensverwalter mit Sitz in Zürich. Das 1994 von Kurt Fisch und Dr. Pius Fisch gegründete Unternehmen beschäftigt 66 Mitarbeiter und verwaltet ein Vermögen in Höhe von rd. neun Milliarden Euro, mehrheitlich für institutionelle Anleger aus dem deutschsprachigen Europa.