Mit dem GewerbeBarometer veröffentlichen bulwiengesa und ImmoScout24 erstmals eine gemeinsame Analyse des deutschen Gewerbeimmobilienmarktes. Darin präsentieren sich Logistik- und Industrieimmobilien weiterhin als stabile Nutzungsklasse.
Die Nachfrage zeige sich insgesamt robust, bleibt jedoch unter dem Niveau der Boomjahre: Das Neubauvolumen lag 2025 bei rund 4,3 Millionen Quadratmetern und entwickelte sich leicht rückläufig mit einer gut gefüllten Pipeline für die kommenden Jahre. Gleichzeitig verändere sich die Marktstruktur spürbar: Während Top-Logistikregionen stabil blieben, stiegen die Leerstände insbesondere in sekundären Standorten. Die Spitzenmieten stiegen in etablierten Regionen weiter an, mit nachlassender Dynamik abseits der Top-Standorte. Im gewichteten Durchschnitt der A-Stadt-Logistikregionen lagen sie aktuell bei knapp zehn Euro pro Quadratmeter. Spitzenreiter blieb München mit 10,90 Euro pro Quadratmeter.
„Wir sehen aktuell eine deutliche Entspannung auf der Angebotsseite. Während die Flächenverfügbarkeit stark gestiegen ist, differenziert sich die Nachfrage immer stärker – insbesondere kleinere Einheiten und gut angebundene Standorte werden gezielt nachgefragt“, erläutert Kristian Kehlert, Lead Data Analyst bei ImmoScout24.
Der Logistikmarkt werde zunehmend von neuen strukturellen Nachfragetreibern geprägt, die über klassische Wachstumstreiber wie E-Commerce hinausgehen. Aktuell stünden insbesondere geopolitische Entwicklungen im Fokus: Die wachsende Bedeutung defence-naher Unternehmen sowie öffentlicher und sicherheitsrelevanter Akteure sorge für zusätzliche Flächennachfrage beziehungsweise für Produktion, Lagerung sowie die Absicherung vorgelagerter Lieferketten. Parallel dazu nehme das Interesse internationaler Investoren und Nutzer, insbesondere aus Asien, wieder zu. Insbesondere Logistikdienstleister und Produktionsunternehmen würden gezielt nach stabilen Logistikstandorten in Europa und verstärken damit die Nachfrage in etablierten Regionen suchen.
Diese Entwicklungen verändern die Marktmechanik spürbar: Gefragt sind zunehmend spezialisierte, infrastrukturell gut angebundene Flächen in strategischen Lagen. Gleichzeitig verlieren standardisierte Objekte in weniger etablierten Regionen an Attraktivität, was die Differenzierung im Markt weiter verstärkt. (DFPA/ljh)
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