Der deutsche Markt für Mergers [&] Acquisitions (M[&]A) startet mit Zuversicht in das Jahr 2026: Unternehmen, Private-Equity-Firmen und Family Offices rechnen mit einer spürbaren Belebung der Transaktionsaktivitäten. Nach einem Jahr mit weniger, aber deutlich größeren Deals wächst die Erwartung, dass 2026 sowohl Volumen als auch Anzahl der Deals zunehmen. Das zeigt der neue „M[&]A-Outlook 2026“, für den der Unternehmensberater KPMG 200 Top-Entscheider aus dem M[&]A-Umfeld befragt hat.
Für 2026 erwarten die Unternehmen im Durchschnitt 13 Prozent mehr Transaktionen auf der Käuferseite und um elf[nbsp] Prozent höhere Transaktionswerte (von durchschnittlich 822 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 auf 913 Millionen US-Dollar im Jahr 2026). Auf der Verkäuferseite erhöht sich die Zahl der Transaktionen im Schnitt sogar um 30 Prozent und der durchschnittliche Wert um neun Prozent von 561 Millionen US-Dollar auf 612 Millionen US-Dollar.
Den Aufwärtstrend bestätigen auch Modelle, die KPMG gemeinsam mit dem Wirtschaftsforschungsinstitut Oxford Economics erstellt hat – allerdings mit einer flacheren Dynamik als in der Befragung: Im Inland wird 2026 mit rund 800 Transaktionen bei einem Volumen von 38,2 Milliarden US-Dollar gerechnet. Auch ausländische Käufer in Deutschland bleiben ein stabiler Faktor: Für 2026 erwartet das Modell 623 Deals mit einem Gesamtvolumen von 42,6 Milliarden US-Dollar.
Geopolitische Risiken und fehlende politische Impulse bremsen M[&]A-Aktivitäten
Trotz der erwarteten Belebung gibt es laut Studie Faktoren, die den M[&]A-Markt im nächsten Jahr bremsen könnten. Vor allem geopolitische Risiken sorgen für Unsicherheit: 74 Prozent der Unternehmen sehen den Ukraine-Russland-Konflikt als wichtigsten Einflussfaktor, gefolgt von den Handelsbeziehungen zu China. Auf Käuferseite stellen hohe Finanzierungskosten den größten Hemmschuh dar (64 Prozent), während Verkäufer überwiegend das inflationäre Umfeld als Belastung einstufen (85 Prozent).
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im M[&]A-Prozess steht noch am Anfang. Erst drei Prozent der Unternehmen nutzen Agentic-AI-Lösungen, 13 Prozent setzen generative KI operativ ein. Die Mehrheit befindet sich im Übergang: 35 Prozent pilotieren Agentic-AI-Anwendungen oder planen einen Einsatz innerhalb der nächsten zwölf Monate, für generative KI gilt dies für 31 Prozent. Private-Equity- und Family-Office-Investoren liegen etwas voraus, bewegen sich aber ebenfalls überwiegend in frühen Pilotphasen.
Am stärksten kommt KI in der Due Diligence zum Einsatz: 77 Prozent der Unternehmen und 70 Prozent der PE-Häuser nutzen Technologien zur Analyse großer Datenräume und Dokumente. Auch für die Phase nach dem Closing sehen die Befragten klare Vorteile: 83 Prozent erwarten Verbesserungen im Integrations- bzw. Separationsprozess durch KI. (DFPA/mb)
KPMG ist ein Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen.