Der Börsengang des Tech-Unternehmens SpaceX wirft seine Schatten voraus. In seinem jüngsten Börsenblatt setzt sich Dr. Georg von Wallwitz, geschäftsführender Gesellschafter des Vermögensverwalters Eyb [&] Wallwitz, kritisch mit IPOs auseinander und vergleicht sie mit dem Danaergeschenk des Trojanischen Pferdes.
„An der Börse übernimmt die Rolle des Danaergeschenkes häufig das IPO, der Börsengang eines Unternehmens. Die meisten Börsengänge verlaufen für die neuen Aktionäre als Empfänger enttäuschend. Das ist naheliegend. Denn die Unternehmensinsider, die ihre Aktien verkaufen, kennen das Unternehmen viel besser als die Käufer und stehen vermutlich mit gutem Grunde auf der Verkäuferseite. Warum sollte jemand bei einer solchen Informations-Asymmetrie zugreifen so wie einst die Bürgerschaft Trojas? In über 70 Prozent der Börsenjahre seit 1980 entwickelten sich die neu börsennotierten Unternehmen über einen Zeitraum von drei Jahren im Durchschnitt schlechter als der Gesamtmarkt – oft sogar deutlich schlechter“, so von Wallwitz.
Der Börsengang von Elon Musks SpaceX soll der größte der Geschichte werden, mit einer Börsenbewertung von mindestens 1,8 Billionen US-Dollar (1.800 Milliarden). Was bekommt man dafür? Einen genialen Unternehmer. Und eine Handvoll Unternehmen: Ein Raketengeschäft, das schnell wachsende Starlink-System, eine hochdefizitäre KI namens Grok, sowie die Social-Media-Plattform X, die ihre besten Tage nicht nur inhaltlich lange gesehen hat.
Wohin kann sich der Aktienkurs bei dieser Anfangsbewertung noch entwickeln? Mit derselben Rendite wie Amazon stünde die Marktkapitalisierung von SpaceX nach 13 Jahren bereits bei 73 Billionen Dollar, was heute dem Gesamtwert aller amerikanischen Aktien entspricht.
Vielleicht lässt sich mit der Aktie sogar ein schneller Dollar machen: Vermutlich wird durch die künstliche Verknappung der frei handelbaren Papiere bei gleichzeitiger Erzeugung eines enormen Kaufdrucks durch die Indexfonds die Aktie eine Weile steigen. Auch der US-Präsident könnte einen Beitrag leisten und seine MAGA-Truppen als Investitionsreserve mobilisieren. Aber dann werden sich die fortgesetzten Verkäufe der Insider wie die Schwerkraft an einer Rakete bemerkbar machen. Wenn nicht fortgesetzt neue Käufer gefunden werden, könnte es unschön enden. „Da braucht es noch nicht einmal einen Irrflug zum Mars“, so von Wallwitz. (DFPA/mb)
Die Eyb [&] Wallwitz Vermögensmanagement GmbH ist ein Vermögensverwalter mit Sitz in München und Frankfurt.
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