Regulatorische Fragmentierung, veränderte Anlegererwartungen und der Einsatz Künstlicher Intelligenz prägen den europäischen Fondsmarkt. Nach Einschätzung von Universal-Investment-Chefin Francesca McDonagh werden künftig vor allem jene Asset Manager erfolgreich sein, die regulatorische Expertise, internationale Vertriebsfähigkeit und technologische Kompetenz verbinden.
Das grenzüberschreitende Fondsgeschäft in Europa steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Asset Manager müssen sich zunehmend mit unterschiedlichen regulatorischen Anforderungen, komplexen Vertriebsstrukturen und einem Wandel der Anlegerbedürfnisse auseinandersetzen. Das sagte Francesca McDonagh, Vorstandschefin von Universal Investment, auf der Branchenkonferenz FundForum 2026.
Trotz der europäischen UCITS-Regeln erschweren nationale Besonderheiten die Skalierung von Fondsprodukten. Unterschiedliche Rechts- und Berichtspflichten in Ländern wie Deutschland, Luxemburg und Irland führen laut McDonagh zu höheren Kosten und langsameren Produktstarts. Die Fähigkeit, regulatorische Anforderungen über mehrere Märkte hinweg zu steuern, werde damit zu einer zentralen Kernkompetenz der Branche.
Gleichzeitig bleibt der europäische Fondsmarkt stark auf wenige Standorte konzentriert. Luxemburg und Irland vereinen mehr als 90 Prozent des europäischen Marktes für Fondsdienstleistungen. Während Irland insbesondere bei Hedgefonds, Geldmarktfonds und ETFs stark positioniert ist, gilt Luxemburg als führender Standort für Private-Equity-, Private-Debt- und Infrastrukturstrategien.
Auch beim Vertrieb gebe es keine einheitliche europäische Anlegerlandschaft. Unterschiede bei Produktpräferenzen, Vertriebskanälen und Transparenzanforderungen machten lokale Marktkenntnis entscheidend. Besonders in der DACH-Region unterschieden sich die Strukturen deutlich von anderen europäischen Märkten.
Zusätzlichen Druck erzeugt der erwartete Vermögenstransfer von weltweit rund 83 Billionen US-Dollar in den kommenden zwei bis drei Jahrzehnten. Jüngere Anleger verlangten stärker digitale Angebote, Transparenz und einfache Zugänge zu Kapitalmarktprodukten. Der Trend zu ETFs, Neobrokern und digitalen Plattformen verdeutliche diesen Wandel.
Technologien wie Tokenisierung und vor allem Künstliche Intelligenz könnten die Wettbewerbsfähigkeit der Branche weiter verändern. KI werde Prozesse, Risikomanagement, Kundenansprache und Produktentwicklung beeinflussen. Asset Manager, die diese Entwicklung nicht aufgreifen, könnten gegenüber technologisch besser aufgestellten Wettbewerbern zurückfallen. Entscheidend für den Erfolg der kommenden Jahre seien daher regulatorische Kompetenz, internationale Skalierbarkeit und digitale Innovationsfähigkeit. (DFPA/abg)
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Die Universal-Investment-Gesellschaft mbH mit Sitz in Frankfurt am Main bietet Dienstleistungen rund um die Fonds- und Wertpapieradministration für Asset Manager, Banken und unabhängige Vermögensverwalter an.