Obwohl die Inflation in den USA im Februar auf 2,8 Prozent – beziehungsweise 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat – gesunken ist, dürfte die US-Notenbank Fed in dieser Woche von einer Leitzinssenkung absehen. Denn nach wie vor befindet sich die Teuerungsrate deutlich über der Zielmarke von zwei Prozent. Die Kernrate der Inflation (ohne die schwankungsanfälligen Komponenten Energie und Nahrungsmittel) liegt noch höher bei 3,1 Prozent. Zudem ist der Arbeitsmarkt mit einer zuletzt nur moderat angestiegenen Arbeitslosigkeit von 4,1 Prozent weiterhin in einer sehr robusten Verfassung. So heißt es bei „Mumm kompakt“, einer Einschätzung von Carsten Mumm, Leiter Kapitalmarktanalyse und Chefvolkswirt des Bankhauses Donner [&] Reuschel.
Zwar nahmen die Befürchtungen einer stärkeren Konjunkturabkühlung in den vergangenen Wochen zu, wodurch die Beschäftigung und der Preisdruck künftig ebenfalls sinken könnten. Allerdings bestehe anhaltend die Gefahr, dass die Zoll- und Einwanderungspolitik der Regierung unter Präsident Trump zu steigenden Warenpreisen beziehungsweise stärker zulegenden Löhnen führen könnte. Die Fed dürfte vor diesem Hintergrund bei ihrem datenabhängigen Kurs bleiben und auf schwächere Inflations- und/oder Arbeitsmarktdaten warten, bevor sie die Zinszügel lockert. Aufgrund des in der Eurozone intakten Leitzinssenkungspfads und des dadurch steigenden Leitzinsvorsprungs der USA könnte der US-Dollar im Zuge des Fed-Zinsentscheids – nach zuletzt deutlichen Verlusten – wieder etwas zulegen. Dort könnte jedoch die unberechenbare Komponente „Donald Trump“ eine Rolle spielen. Sollte er die ihm voraussichtlich nicht genehme Entscheidung der Notenbank dazu nutzen, deren Unabhängigkeit infrage zu stellen, würde dies den Dollar eher schwächen. Es bleibe dabei: in diesen Wochen funktioniert an den Kapitalmärkten kaum eine Prognose ohne auf den wesentlichen Unsicherheitsfaktor „Trump“ zu verweisen. (DFPA/mb1)
Die Donner [&] Reuschel AG ist eine Privatbank mit Hauptsitz in Hamburg. Das 1798 gegründete Unternehmen gehört seit dem Jahr 1990 zur Versicherungsgruppe Signal Iduna.