Nachhaltigkeitsaspekte gewinnen bei Kreditverhandlungen größerer kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) zunehmend an Bedeutung. Zwar wird das Thema weiterhin nur in einer Minderheit der Gespräche aufgegriffen, doch insbesondere größere Mittelständler und bestimmte Branchen werden von Banken häufiger zu Nachhaltigkeit und ESG-Daten befragt.
Nach einer aktuellen Analyse von KfW Research wurde Nachhaltigkeit im Jahr 2024 bei rund 15 Prozent der KMU, die Kreditverhandlungen führten, thematisiert – ähnlich häufig wie im Vorjahr. Deutlich häufiger kam das Thema jedoch bei Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten zur Sprache. In diesem Segment stieg der Anteil von 34 auf 37 Prozent. Auch bei KMU mit 10 bis 49 Beschäftigten nahm die Bedeutung zu.
Branchenspezifisch zeigten sich Zuwächse vor allem im Verarbeitenden Gewerbe, im Bau und im Handel. Im Verarbeitenden Gewerbe wurde nahezu jedes vierte kreditverhandelnde Unternehmen mit Nachhaltigkeitsfragen konfrontiert. Rückläufig war der Anteil dagegen im Dienstleistungssektor.
Hintergrund ist, dass Banken Nachhaltigkeitsrisiken stärker in ihre Kreditvergabe einbeziehen müssen. Zwar plant die EU im Rahmen des sogenannten Omnibus-Pakets Erleichterungen bei den Nachhaltigkeitsberichtspflichten für Unternehmen. Gleichzeitig steigen jedoch die regulatorischen Anforderungen an das Risikomanagement der Banken, die weiterhin auf ESG-Daten ihrer Firmenkunden angewiesen sind.
Laut KfW-Analyse beeinflussen Nachhaltigkeitsaspekte zunehmend auch die Kreditbedingungen. Banken berichten, dass sie Kredite für besonders klimaschädliche Unternehmen restriktiver vergeben, während sich die Bedingungen für „grüne“ Unternehmen eher verbessern. Bislang führten Nachhaltigkeitsaspekte jedoch nur selten zum Scheitern von Kreditverhandlungen.
Die KfW sieht deshalb insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen Handlungsbedarf. Auch ohne gesetzliche Berichtspflicht werde es für sie wichtiger, ihr Nachhaltigkeitsprofil zu kennen und relevante Daten strukturiert zu erfassen, um bei Kreditgesprächen vorbereitet zu sein. (DFPA/abg)
Den vollständigen KfW-Research finden Sie hier.
Die KfW mit Sitz in Frankfurt am Main ist eine der führenden Förderbanken der Welt. Ihre Gründung erfolgte 1948 auf der Grundlage des „KfW-Gesetzes“ als eine Anstalt des öffentlichen Rechts.