Nachhaltigkeitsnetzwerk SDSN fordert stärkere internationale Zusammenarbeit
Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft haben bei mehreren internationalen Treffen in Rom eine engere Zusammenarbeit zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen angemahnt. Im Mittelpunkt standen Fragen von Frieden, Klimaschutz, Digitalisierung und globaler Regierungsführung.
Das UN Sustainable Development Solutions Network (SDSN) hat bei seinen Jahrestreffen in Rom vor zunehmenden Hindernissen für die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele gewarnt. Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutierten Anfang Mai über Wege, die Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) bis 2030 zu beschleunigen.
Bei der Sitzung des internationalen Führungsgremiums des Netzwerks betonten die Teilnehmer, dass weniger fehlende finanzielle Mittel als vielmehr geopolitische Spannungen, institutionelle Schwächen, sinkende internationale Kooperation und mangelnde politische Führung den Fortschritt bremsen. Besondere Aufmerksamkeit galt dem Zusammenhang zwischen Frieden, stabilen Institutionen und nachhaltiger Entwicklung.
Zugleich wurde die wachsende Rolle von Städten, Regionen und Hochschulen bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien hervorgehoben. Universitäten könnten durch Forschung, Ausbildung und den Transfer von Innovationen einen wichtigen Beitrag leisten. Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und digitalen Technologien wurde als Chance, aber auch als Herausforderung für Wirtschaft, Verwaltung und gesellschaftliches Vertrauen diskutiert.
Zum Abschluss der Veranstaltungswoche beteiligte sich das SDSN am European Innovation for Sustainability Summit. Dort standen unter anderem nachhaltige Infrastruktur, die Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen sowie Klimaschutz auf lokaler Ebene im Fokus. Vorgestellt wurden mehrere europäische Projekte, die Forschungseinrichtungen, Kommunen und lokale Gemeinschaften zusammenbringen, um praxisnahe Lösungen für den Klimaschutz zu entwickeln.
Nach Angaben des SDSN sollen künftig insbesondere regionale Kooperationen, Bildungsinitiativen und die Förderung junger Führungskräfte gestärkt werden. Ziel sei es, die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele auch über das Jahr 2030 hinaus voranzutreiben. (DFPA/abg)
Das Sustainable Development Solutions Networks (SDSN) Germany repräsentiert über 50 deutsche Organisationen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft und ermöglicht Lösungen für die effektive Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung in und durch Deutschland. Ziel ist eine unabhängige, wissensbasierte Politikberatung, die alle Dimensionen der Nachhaltigkeit abdeckt und relevante Stakeholder in innovativen Dialogformaten zusammenbringt.