Neue EU-Handelsabkommen sollen Wachstum stützen
Zwei neue Handelsabkommen der Europäischen Union mit den Staaten des Mercosur sowie mit Indien könnten nach Einschätzung von Crédit Mutuel Asset Management für zusätzliche Wachstumsimpulse sorgen. Jedes der Abkommen dürfte über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren ein jährliches Plus von rund 0,1 Prozent für die EU-Wirtschaft generieren, schreibt Senior-Stratege François Rimeu in einem Marktkommentar.
Das im Januar unterzeichnete Abkommen mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur sieht vor, Zölle auf 90 Prozent der gehandelten Waren schrittweise abzubauen. Betroffen sind die Europäische Union sowie Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay; Bolivien soll folgen. Nach Schätzungen der EU-Kommission könnten sich die von europäischen Exporteuren gezahlten Zölle um rund vier Milliarden Euro verringern. Die EU-Exporte in die Mercosur-Staaten dürften demnach um bis zu 39 Prozent steigen. Besonders profitieren könnten Spanien und Portugal, während Deutschland vor allem im Automobilsektor Chancen sieht und Frankreich im Bereich Wein und Spirituosen.
Auch das geplante Abkommen zwischen der EU und Indien gilt als bedeutender Schritt. Nach rund 20 Jahren Verhandlungen sollen Zölle auf bis zu 97 Prozent der Waren und Dienstleistungen schrittweise gesenkt werden. Für bestimmte Automodelle ist eine Reduzierung der Einfuhrzölle von bislang 110 Prozent auf bis zu 10 Prozent vorgesehen, zudem sinken Abgaben auf Chemikalien, Pharmazeutika und Maschinen teils auf null. Indien ist bereits heute ein wichtiger Handelspartner der EU. Experten zufolge könnten sich die Handelsströme binnen fünf Jahren deutlich ausweiten.
Vor dem Hintergrund globaler Handelskonflikte und einer stärkeren Diversifizierung internationaler Allianzen werten Marktbeobachter die Abkommen als strategische Weichenstellung. Neben positiven Effekten für einzelne Branchen könnten sich daraus auch Impulse für europäische Aktienmärkte ergeben. (DFPA/abg)
Crédit Mutuel Asset Management ist eine Asset-Management-Gesellschaft der Groupe La Française, der Holdinggesellschaft der Asset-Management-Sparte der Crédit Mutuel Alliance Fédérale.