Der erstmals veröffentlichte „Infrastructure Monitor“ von Creditreform Rating zeigt: Infrastrukturunternehmen weisen im deutschen Unternehmenssektor über den Konjunkturzyklus hinweg insgesamt niedrigere Ausfallraten auf als die Gesamtwirtschaft. Gleichzeitig verdeutlicht die Analyse, dass Infrastruktur keine homogene Anlage- oder Kreditklasse ist.
Die Risiko- und Resilienzprofile unterscheiden sich je nach Marktstruktur, Regulierung, Wettbewerbsintensität und Geschäftsmodell teilweise erheblich. Im Jahr 2025 lag die Ausfallrate des Infrastruktursektors bei 1,17 Prozent und damit deutlich unter der gesamtwirtschaftlichen Quote von 1,88 Prozent. Der „Infrastructure-Monitor“ steht HIER zum Download zur Verfügung.
Grundlage der Untersuchung sind empirisch beobachtete Ausfallereignisse innerhalb der Creditreform-Datenbank. Analysiert werden Infrastruktur-Unternehmen aus den Segmenten Energy, Utilities, Digital, Transport sowie Health [&] Social. „Die Ergebnisse des Infrastructure Monitors bestätigen den vergleichsweise defensiven Charakter wesentlicher Infrastruktursegmente. Gleichzeitig zeigen die Daten sehr klar, dass Infrastruktur kein einheitliches Risikoprofil besitzt“, erklärt Dr. Benjamin Mohr, Mitglied der Geschäftsleitung der Creditreform Rating AG. „Entscheidend für die Stabilität sind nicht das Label Infrastruktur, sondern Marktstruktur, Erlösmechanik und die Planbarkeit von Cashflows.“
Besonders stabile Risikoprofile zeigen klassische Energy- und Utilities-Segmente wie Strom-, Gas- oder Wasserversorgung. Diese Geschäftsmodelle profitieren von hoher Systemrelevanz, planbaren Nachfrageprofilen, hohen Eintrittsbarrieren sowie anreizregulierten bzw. langfristig abgesicherten Erlösstrukturen.
Deutlich zyklischer entwickeln sich dagegen digitale Infrastruktur- und Transportsegmente. Vor allem Telekommunikation, Informationsdienstleistungen sowie Teile des Transportsektors reagieren sensibler auf Wettbewerbsdruck, hohe Investitionsanforderungen, Refinanzierungskosten und operative Belastungen. Auch Health-[&]-Social-Infrastrukturen stehen zunehmend unter Druck: Steigende Personal-, Energie- und Finanzierungskosten belasten insbesondere Pflegeeinrichtungen trotz strukturell stabiler Nachfrage. (DFPA/ljh)
Die Creditreform Rating AG, ein Unternehmen der Creditreform Gruppe, ist eine unabhängige, bei der ESMA registrierte und von der FCA (UK) zertifizierte europäische Ratingagentur mit etablierter Marktpräsenz.