Nordea: Wie der Klimawandel die Anlagerenditen beeinflusst

Steigende Temperaturen gehen mit einem langsameren Wachstum der Weltwirtschaft einher. Entsprechend dürften die erwarteten Renditen verschiedener Anlageklassen leiden. Das macht den Klimawandel auch für Anleger zu einem bedeutenden Risiko, das beachtet werden muss. Darauf verweist der Vermögensverwalter Nordea Asset Management (NAM).

In den vergangenen 80 Jahren ist die globale durchschnittliche Landtemperatur im Vergleich zum vorindustriellen Niveau um weit über ein Grad Celsius gestiegen. Je nachdem, welche Maßnahmen die Länder zur Eindämmung des Klimawandels ergreifen, wird die globale Temperatur laut IPCC bis zum Ende dieses Jahrhunderts wahrscheinlich um zwei bis fünf Grad Celsius über das vorindustrielle Niveau steigen. Steigende Temperaturen führten tendenziell zu einem Produktivitätsverlust – vor allem in Ländern, die bereits heute eine relativ hohe Durchschnittstemperatur haben. Schwellenländer dürften daher stärker betroffen sein als Industrienationen. Auch Regionen mit einer hohen CO2-Belastung werden fast zwangsläufig stärker tangiert werden.

Auch die Maßnahmen zur Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5 bis zwei Grad Celsius werden mit Nettokosten für die Weltwirtschaft verbunden sein. Eine von Nordea durchgeführte Analyse geht davon aus, dass das globale BIP als Folge dieser Anstrengungen um 0,31 Prozentpunkte pro Jahr sinken könnte. Entsprechend sei es sehr wahrscheinlich, dass auch die Performance von Vermögenswerten negativ beeinflusst wird. Angesichts dieser Kosten keine Maßnahmen zu ergreifen, käme die Weltwirtschaft jedoch weitaus teurer zu stehen: Das globale BIP würde in einem solchen Szenario schätzungsweise dauerhaft um 3,5 Prozent sinken.

Nicht alle Regionen und Länder werden in gleichem Masse vom Klimawandel betroffen sein. Daher sei es wichtig zu verstehen, wie anfällig sie für den Klimawandel seien. Einige Regionen, wie beispielsweise Schwellenländer und Länder mit einer hohen CO2-Belastung, werden laut NAM stärker betroffen sein. So dürften beispielsweise zwei der größten Volkswirtschaften der Welt, die USA und China, vom Klimawandel negativ betroffen sein – sowohl durch die physischen Auswirkungen als auch durch die Übergangsrisiken. Die europäischen Länder und insbesondere die nordischen Staaten scheinen jedoch relativ weniger betroffen zu sein. Das sei auf die Kombination von zwei Faktoren zurückzuführen: niedrige Durchschnittstemperaturen und geringe Kosten für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft. Die erhöhten Kosten, die durch die physischen Auswirkungen des Klimawandels wie auch durch die Bekämpfung des Temperaturanstiegs entstehen, führten zu einer geringeren Produktivität der Länder.

Dies wirke sich sowohl auf Aktien als auch auf Anleihen aus, werde aber wahrscheinlich auch Auswirkungen auf andere Anlageklassen wie Private Equity und Immobilien haben. Allerdings sollten Anleger auch immer die regionalen und sektoralen Unterschiede innerhalb einer Anlageklasse berücksichtigen. (DFPA/mb1)

Nordea Asset Management (NAM) ist der Vermögensverwalter des skandinavischen Finanzdienstleisters Nordea-Gruppe.

www.nordea.de

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