PitchBook: Earnouts treiben globales M&A-Geschäft
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheit bleibt das weltweite M&A-Geschehen robust: Immer häufiger nutzen Käufer und Verkäufer sogenannte Earnouts, um Bewertungsdifferenzen zu überbrücken und Transaktionen abzuschließen. Laut des US-Analysehauses PitchBook erreichte das globale M&A-Volumen im dritten Quartal 2025 mit 1,1 Billionen Dollar den höchsten Wert seit 2021.
Im Gesamtjahr summierten sich die Deals bereits auf 3,9 Billionen Dollar. Earnouts, bei denen ein Teil des Kaufpreises erst bei Erreichen definierter Meilensteine fällig wird, gelten zunehmend als wichtiges Werkzeug in einem Umfeld erschwerter Preisfindung. Beispiele sind die milliardenschweren Übernahmen von Anthos Therapeutic durch Novartis sowie der Energie-Softwareplattform Enverus durch Blackstone. In Europa kommen Earnouts inzwischen bei 39 % der Transaktionen im Mittelstandssegment zum Einsatz, wie eine Dealsuite-Erhebung zeigt.
Berater verweisen darauf, dass Earnouts zwar Planungssicherheit schaffen können, aber klare Regeln zur Messung künftiger Geschäftsziele benötigen, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden. Branchenexperten erwarten, dass das Modell angesichts geopolitischer Risiken, hoher Zölle und eines schwierigen Exit-Umfelds weiter an Bedeutung gewinnt – auch wenn viele Verkäufer weiterhin einen schnellen, unkomplizierten Ausstieg bevorzugen. (DFPA/abg)
PitchBook ist ein US-amerikanisches Finanzdaten- und Analyseunternehmen, das sich auf Private Equity, Venture Capital, Mergers & Acquisitions (M&A) und andere Bereiche der privaten Kapitalmärkte spezialisiert hat. Das Unternehmen wurde 2007 gegründet und gehört seit 2016 zur Morningstar Inc., einem großen Anbieter von Finanzinformationen und Investmentanalysen.