Private Equity: Emerging Manager erreichen Ausschüttungsziele früher
Liquidität ist zu einem der wichtigsten Themen in Private Equity geworden. Während viele institutionelle Investoren nach mehreren Jahren mit begrenzter Exit-Aktivität auf Kapitalrückflüsse warten, rückt eine Kennzahl zunehmend in den Mittelpunkt: DPI (Distributions to Paid-In Capital). Sie misst, wie viel Kapital tatsächlich an Investoren zurückgeführt wurde. Das merken Kim Pochon, Head of Primaries, Private Equity und Borja Fernandez Tamayo, Senior Vice President bei Sagard Private Equity Solutions, an.
Vor diesem Hintergrund hat Sagard die Entwicklung von 184 Buyout-Fonds analysiert. Die Ergebnisse zeigen: Emerging Manager – definiert als Manager ihres ersten oder zweiten Fonds – erreichen einen DPI von 1,0x im Median rund zehn Monate früher als etablierte Fondsanbieter. Damit erhalten Investoren ihr eingezahltes Kapital im Durchschnitt deutlich schneller zurück.
„Viele Investoren konzentrieren sich traditionell stark auf Renditekennzahlen wie die IRR. Im aktuellen Marktumfeld gewinnt jedoch die Frage an Bedeutung, wann Kapital tatsächlich an die Investoren zurückfließt. Gerade in Zeiten begrenzter Exit-Aktivität wird Liquidität zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor“, sagt Kim Pochon, Head of Primaries, Private Equity bei Sagard.
Besonders deutlich falle der Unterschied bei spezialisierten Emerging Managern aus. Laut Analyse erreichen sektor- oder themenspezialisierte Emerging Manager einen DPI von 1,0x bereits nach rund 5,4 Jahren. Bei den übrigen Fonds liegt dieser Wert bei rund 6,7 Jahren. Damit gelingt die Kapitalrückführung im Durchschnitt bis zu 15 Monate früher.
Aus Sicht von Sagard gibt es dafür mehrere Gründe. Emerging Manager verfügten häufig über eine besonders starke Interessengleichheit mit ihren Investoren. Nicht selten investieren die Gründer einen erheblichen Teil ihres eigenen Vermögens in den Fonds und seien damit unmittelbar am Erfolg beteiligt. Gleichzeitig verwalteten sie häufig konzentriertere Portfolios und könnten ihre Ressourcen vollständig auf die Entwicklung ihrer Beteiligungen fokussieren.
Hinzu komme die zunehmende Spezialisierung. Viele Emerging Manager konzentrierten sich auf klar definierte Sektoren oder Themenfelder, in denen sie über langjährige operative und transaktionale Erfahrung verfügen. (DFPA/mb)
Sagard ist ein globaler Multi-Strategy-Manager für alternative Anlagen. Das Unternehmen investiert in Venture Capital, Private Equity, Private Credit und Immobilien. Die Gesellschaft unterhält Büros in Kanada, den USA, Europa, Asien und dem Nahen Osten.